Antragspaket für mehr Hilfsangebote in der Bahnhofsgegend

P R E S S E M I T T E I L U N G

 

„Die Probleme rund um den Hauptbahnhof können nicht einfach durch repressive und polizeiliche Maßnahmen gelöst werden. Das erhöhte Kriminalitätspotential in der Bahnhofsgegend muss an den Wurzeln bekämpft werden, indem man der wachsenden Zahl von Menschen in schwieriger Lage Hilfsangebote macht. Verbote und Verweise sind dazu nicht geeignet.“

Aus dieser Überzeugung heraus hat Stadträtin Lydia Dietrich heute in einem dreiteiligen Antragspaket gefordert, die Hilfsstrukturen von im Bahnhofsviertel tätigen Organisationen zu stärken. So soll die Beratungsstelle „Mimikry“ mit einer weiteren halben Stelle in die Lage versetzt werden, sich um wohnungslose junge Frauen bulgarischer, rumänischer und ungarischer Herkunft zu kümmern, die sich in letzter Zeit ohne jegliche Kenntnis der Gesetzeslage vermehrt in der Bahnhofsgegend prostituieren. Lydia Dietrich: „Diese Frauen haben keinen Zugang zu Gesundheitsleistungen, Beratung und Aufklärung. Sie haben keine Kenntnisse zu HIV oder sexuell übertragbaren Infektionen und sind ständig der Gefahr einer ungewollten Schwangerschaft und auch von Ansteckungen ausgesetzt, da die Freier Kondome oft verweigern. Diese Entwicklungen erfordern eine Ausweitung der Hilfs- und Ausstiegsangebote von Mimikry bei dieser besonders vulnerablen Zielgruppe.“

Dietrich beantragt außerdem, den vor Ort tätigen Beratungsstellen im Bereich Suchthilfe und Prostitution mehr Geld zur Verteilung von Kondomen und Femidomen zur Verfügung zu stellen um damit dem Anstieg von sexuell übertragbaren Infektionserkrankungen entgegenzuwirken. Die Kosten für diesen Infektionsschutz übersteigen bei weitem die Mittel, die die Stadt bisher für diese Leistung zur Verfügung stellt, sodass die Beratungsstellen dies auf eigene Kosten leisten müssen.

In einem weiteren Antrag fordert Dietrich, die medizinische Versorgung von Suchtkranken sicherzustellen und dazu mit den Beratungsstellen vor Ort ein Konzept zu entwickeln. Lydia Dietrich: Insbesondere Suchtkranke, die sogenannte ‚Badesalze‘ konsumieren, leiden unter massiven medizinischen Problemen. Dazu gehören vor allem Infektionen, Abszesse und Nekrosen rund um die Einstichstellen. Ein niedrigschwelliges und leicht zugängliches Angebot zur medizinischen Versorgung ist daher dringend notwendig.“

 

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