Aus Skill wird Life-Skill – Städtische Schulen erweitern ihr Angebot um Lebenskompetenzen

Antrag

Die Skill-Stunden an den städtischen Realschulen und Gymnasien werden zum Unterricht für Lebenskompetenzen weiterentwickelt und auf weitere Jahrgangsstufen ausgeweitet.
Begründung:
Seit dem Schuljahr 1999/2000 wird in den 5. Klassen der städtischen Realschulen und Gymnasien, ein Jahr später auch in der 6. Jahrgangsstufe und seit 2001/2002 auch in der 11. Klasse Gymnasium eine Stunde Skill unterrichtet. Mit der Skill-Stunde wurde Raum geschaffen für die Förderung der methodischen, sozialen und kommunikativen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler. In der Beschäftigung mit der sozialen Kompetenz geht es darum, den Umgang der Schülerinnen und Schüler miteinander zu thematisieren und die Gesprächsfähigkeit einzelner und der Gruppe insgesamt zu aktivieren und auszubilden. Hier ist auch Raum für die Diskussion von Konflikten in der Klasse. Weiter werden in Skill-Stunden kommunikative Kompetenzen und Arbeitstechniken gelehrt.
Diese seit fast 20 Jahren laufenden, sehr erfolgreichen Ergänzungen des Fachunterrichts, die nur die Stadt München finanziert, haben sich sehr bewährt. Jedoch werden heute, in einer Zeit, die sich ständig wandelt, von den Schülerinnen und Schülern noch mehr Kompetenzen gefordert. Gerade im Ganztagesunterricht ist Raum für Vermittlung von Lebenskompetenzen. Deshalb sollten die Skill-Stunden weiterentwickelt werden.

Die WHO hat 2005 10 Life-Skills – Lebenskompetenzen – für unseren Kulturkreis definiert.

  • Selbstwahrnehmung: bezeichnet die Fähigkeit, sich selbst als eigenständige Person wahrzunehmen, eigene Stärken und Schwächen zu kennen und durch innere und äußere Wahrnehmung ein differenziertes Bild von sich selber aufzubauen.
  • Empathie ist die Fähigkeit, sich in eine andere Person hineinzuversetzen. Darüber hinaus bezeichnet Empathie die eigene Reaktion auf die Gefühle anderer.
  • Fähigkeit zur Stressbewältigung bezeichnet das Erkennen von Ursachen und Auswirkungen von Stress und das Beherrschen von Strategien für einen förderlichen Umgang. Die Strategien können einerseits problemlösungsorientiert, andererseits emotionsregulierend sein.
  • Gefühlsbewältigung bezeichnet das Erkennen der eigenen Gefühle, das Erkennen des Einflusses von Gefühlen auf das Verhalten (Impulskontrolle) sowie die Fähigkeit, auch mit negativen Gefühlen angemessen umzugehen.
  • Kommunikationsfertigkeit ermöglicht, sich situativ angemessen verbal und nonverbal verständlich zu machen, um Hilfe zu bitten, Fragen zu stellen, in Kontakt zu treten etc. Zur Kommunikation gehören Sprechen und Zuhören, Ausdrücken und Wahrnehmen.
  • Kritisches Denken bezeichnet jene Art des Denkens, die nötig ist, um Informationen und Erfahrungen zu analysieren, zu hinterfragen und einzuordnen.
  • Kreatives Denken bezeichnet jene Art des Denkens, die nötig ist, um eigenständige Ideen und Flexibilität zu entwickeln, über unseren Erfahrungshorizont hinaus zu denken und Alternativen und Konsequenzen unseres Handelns zu entdecken.
  • Die Fertigkeit, Entscheidungen zu treffen bedeutet, sich für eine Variante zu entscheiden und das Handeln danach auszurichten. Es kann auch heißen, die Folgen unterschiedlicher Entscheidungsvarianten mit zu bedenken.
  • Problemlösefertigkeit bedeutet, Probleme (Aufgaben, Streitfragen, Konflikte) konstruktiv anzugehen, indem man sie als solche erkennt, Strategien zu ihrer Lösung zur Verfügung hat und sie konstruktiv angeht.
  • Beziehungsfähigkeit bedeutet, Beziehungen zu verschiedenen Bezugspartnern und -partnerinnen zu beginnen, zu gestalten, aufrecht zu erhalten und zu beenden.

Diese Lebenskompetenzen könnten noch ergänzt werden durch das Selbstvertrauen, das Identitätsgefühl und das Gefühl von Sinnhaftigkeit.
Alle diese Kompetenzen sind in einer immer schneller sich verändernden Welt, die viel Flexibilität und Persönlichkeitsstärke erfordert, notwendig. Die Weiterentwicklung der Skill-Stunden sollte sich an diesen Kompetenzen orientieren. Allein Methoden und Fachwissen zu erlernen, reicht nicht mehr aus. Skill-Stunden bieten sich als Ergänzung hervorragend an.

Fraktion Die Grünen-rosa Liste
Sabine Krieger
Jutta Koller
Oswald Utz

 

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