Mittwoch, 26. September 2018

Bau des U5-Tunnels oder Aufrechterhaltung der Fahrspuren während der Tunnelbauzeit – Was ist der Grund für die geplante Fällung von über 700 Bäumen in der Gotthardstraße?

(Anfrage)

Bei der geplanten Verlängerung der U5 nach Pasing soll entlang der Gotthardstraße zwischen dem Laimer Platz und dem geplanten Bahnhof Willibaldstraße (im Planfeststellungsabschnitt 77) der U-Bahn-Tunnel in offener Bauweise gebaut werden. Gemäß den Planunterlagen erstreckt sich die Baugrube neben der Gotthardstraße auch auf die seitlichen Grünstreifen mit einem wertvollen Baumbestand. Es handelt sich um mittelalten bis alten Baumbestand mit straßenraumprägendem Charakter und wichtigen Funktionen für den Artenschutz, die Biodiversität und das Stadtklima, gerade jedoch für das urbane Mikroklima. Unter anderem bindet er erhebliche Mengen von Staub und vermindert die sommerliche Überhitzung. Nachgepflanzte Ersatzbäume können diese Funktionen erst nach vielen Jahren wieder übernehmen. Im Zeichen des Klimawandels und zur Luftreinhaltung ist es wichtig, möglichst viele Bäume zu erhalten.

Insgesamt befinden sich im Baufeld 939 Bäume, wovon 786 Bäume von der Baumaßnahme direkt betroffen sind. Von den im Baufeld vorhandenen Bäumen haben 559 einen Stammumfang von mindestens 80 cm (in 1m Höhe) und erfüllen damit die Kriterien der Baumschutzverordnung. Von den 559 Bäumen sollen 384 gefällt werden (ca. 69%). Dazu kommen weitere 325 Bäume mit einem Stammumfang unter 80 cm, die ebenfalls gefällt werden sollen. Insgesamt ist damit die Fällung von 709 Bäumen geplant.1

 

Der Bund Naturschutz wirft in seiner Pressemitteilung vom 18. Mai 2018 die Frage auf, ob die Fällungen tatsächlich für das Bauvorhaben der U5 unausweichlich sind oder ob der radikale Einschnitt in den Baumbestand der Gotthardstraße nicht auch teilweise dem Wunsch geschuldet ist, den Straßenverkehr während der Bauzeit aufrecht zu erhalten.2 Uns ist es deshalb wichtig die Planung insgesamt noch einmal auf den größtmöglichen Erhalt des Baumbestands zu prüfen.

 

Deshalb fragen wir:

 

1. Wie viele der Baumfällungen stehen unmittelbar im Zusammenhang mit dem Bau des

U-Bahn-Tunnels und wie viele erfolgen nur, da die vorliegende Planung eine zweispurige Straße für den motorisierten Individualverkehr in den Bauphasen aufrecht erhält?

2. Wie viele Bäume könnten erhalten werden, wenn, wie im Stadtratsbeschluss Nr. 14-20 / V 03325 beschlossen, die Gotthardstraße während der Durchführung der Bauarbeiten für den Durchgangsverkehr gesperrt wird und lediglich Zufahrtsmöglichkeiten für Anlieger, Feuerwehr und Rettungsdienste aufrecht erhalten werden und gleichzeitig die Linienführung der Buslinie 57 in diesem Bereich geändert wird?

 

3. Welche Auswirkungen hat die Aufrechterhaltung des Durchgangsverkehrs auf die Zeitplanung und die Kosten der Baumaßnahme?

 

4 Gemäß der vorliegenden Planung soll die U-Bahn nicht mittig unter der Gotthardstraße sondern leicht nördlich verschoben verlaufen. Wie viele Bäume könnten erhalten werden, wenn die Linienführung der U-Bahn nicht nach Norden sondern nach Süden verschoben wird? Könnten so die Bäume auf der Nordseite der Gotthardstraße erhalten werden?3

 

5. Ist die Abstellanlage als drittes Gleis zwischen den Durchfahrtsgleisen an dieser Stelle und in dieser Größe notwendig? Welche Varianten wurden untersucht und wie viele Bäume könnten erhalten werden, wenn die Abstellanlage verschoben wird?

 

6. Wird die Kapazität der neuen Abstellanlage gegenüber den bisherigen Kapazitäten vergrößert?

 

 

Initiative:

 

Katrin Habenschaden Sabine Krieger Herbert Danner Paul Bickelbacher

Anna Hanusch Sabine Nallinger Hep Monatzeder

 

Mitglieder des Stadtrates

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