Bedarfsgerechte Ausstattung der Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen (KGL)

Antrag

Bedarfsgerechte Ausstattung der Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen (KGL)
Der Stadtrat möge beschließen:

Die Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen (KGL) wird bedarfsgerecht ausgestattet durch:

  1. Umzug in neue größere Räume.
  2. Stellenausweitung:
    – Aufstockung um eine ganze Planstelle für den Schwerpunkt Schwule (Sachbearbeitung)
    – Aufstockung der Planstelle Teamassistenz von bisher 11 Wochenstunden auf eine halbe Stelle.
  3. Eingruppierung der Stellen entsprechend der Tätigkeiten und Verantwortungen:
    – Höhergruppierung der Leitung auf E 13/14
    – Höhergruppierung der Sachbearbeitungen auf E 11/E 12

Begründung:

Die Koordinierungsstelle, die am 17.9. 2012 ihr 10jähriges Bestehen feiern konnte, leistet hervorragende Arbeit, verschafft der Stadt bundesweit einen guten Ruf, und ist sowohl in der Verwaltung als auch in der Community verwurzelt. Der Aufgabenzuschnitt der KGL ist in sich rund und stimmig, hat sich allerdings in den letzten Jahren deutlich erweitert und ist mit dem ursprünglichen Tätigkeitsfeld nicht mehr vergleichbar.

Auf der Ebene der strategischen und praktischen Arbeit gelingt die nachhaltige Verankerung von Themen wie z.B. Altenhilfe, Integrationskonzept, Führungskräftefortbildung, Regenbogen-Stiftung nicht mehr. Auch können anstehende Themen nicht aufgegriffen werden, weil dies zu viel nicht leistbare Arbeit nach sich ziehen würde. Es wäre aber notwendig, sowohl den einzelnen Themen wie auch Aufträgen oder Anfängen nachzugehen, andere Bereiche (bei der Weiterbearbeitung) zu unterstützen.

Auf der Ebene der Ressourcen reichen die bisherigen zwei Planstellen für die erweiterten Aufgaben nicht aus.

Neu hinzu gekommen sind:

  • Zentrale Unterstützungsfunktion in der Community (bei fast allen größeren Maßnahmen, Vorhaben, Projekten usw. ist die KGL für Unterstützung angefragt).
  • Zunehmende Vernetzung und Kooperation der Antidiskriminierungsstellen (sehr positive Entwicklung intern, aber sehr zeitintensiv)
  • Die Münchner Regenbogen-Stiftung (läuft sehr gut, müsste aber viel intensiver betreut werden, z.B. durch Spendenakquise, Veranstaltungen usw.)
  • Zuwendungsmittel (aufwändig, da sie gezielt eingesetzt werden; um bestimmte Effekte zu erzielen, muss alles ausgehandelt werden)
  • Ausstellungen, die bundesweit gezeigt werden (tolle Öffentlichkeitsarbeit für München, aber viel Organisationsarbeit)
  • Die Fachthemen Alter, Jugend, Lesbenschwerpunkt, Interkulturelle Öffnung der LGBT-Community (diese Themen brauchen in der Verwaltung die Unterstützung der KGL, die dran bleibt, immer wieder anschiebt, nachfragt etc.)
  • Die Lebenspartnerschaftsberatungen sind extrem angestiegen (aber für die Stelle auch wichtig, um das Ohr an der Basis zu haben): von 75 Beratungen im Jahr 2005 auf 211 Beratungen in 2011.
  • Das Thema Hassmusik (Erarbeitung eines Frühwarnsystems klappt wegen Zeitmangel nicht)
  • Fachberatungen für die Verwaltung steigen deutlich an, vor allem in der Jugendhilfe
  • Jugendstudie (bringt München bundesweit eine hervorragende Öffentlichkeit und einen sehr guten Ruf, ist aber auch arbeitsintensiv).

Die Leitungsstelle ist durch Leitungs- und Querschnittsaufgaben ausgelastet. Der Schwerpunkt Schwule geht mittlerweile fast völlig unter. Auch die Sachbearbeitungsstelle ist mit dem Lesbenschwerpunkt und aktuell mit der Umsetzung der Jugendstudie im Referat für Bildung und Sport völlig ausgelastet. 11 Wochenarbeitsstunden für die Teamassistenz reichen für effektive Arbeit oder eigenständige Aufgabenübernahme nicht mehr.

Die jetzigen Räume sind für parallele Beratungen und Besprechungen, für zusätzlichen Arbeitsplatz oder größere Runden ungeeignet oder zu eng.

Fraktion Die Grünen – rosa liste SPD-Stadtratsfraktion
Initiative:
Lydia Dietrich Irene Schmitt
Thomas Niederbühl
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