Eine Internationale Schule für München

ANTRAG

Das Schulreferat wird gebeten, ein Konzept zur Realisierung einer Internationalen Schule in öffentlicher Trägerschaft mit mehrsprachigem Unterricht in Deutsch, Englisch sowie in anderen Sprachen der größten Migrantengruppen zu entwickeln. Dazu wird im ersten Quartal 2009 ein öffentliches Stadtratshearing im Rahmen des Schul- und Sportausschusses organisiert, in dem für Stadtratsmitglieder, Lehrkräfte und Fachöffentlichkeit Modelle mehrsprachiger Schulen – insbesondere die Berliner Europa-Schulen sowie die vorhandenen städtischen Modelle – vorgestellt und Möglichkeiten einer Umsetzung eines entsprechenden Projekts für München diskutiert werden.
Begründung:
Mehrsprachigkeit ist für Kinder und Jugendliche angesichts der voranschreitenden Globalisierung und des internationalen Charakters von Metropolen wie München eine positive, zu fördernde Ressource.
Auch im Nationalen Integrationsplan der Bundesregierung heißt es:
Mehrsprachigkeit unter Einschluss der Herkunftssprache stellt […] ein wichtiges Potenzial für Individuum und die Gesellschaft insgesamt dar, das es zu fördern gilt. Es sind geeignete Maßnahmen zu erproben, wie der Mehrsprachigkeit im Schulalltag angemessen Rechnung getragen werden kann, beispielsweise durch bilinguale Schulformen.“ (S. 64)

Bisher gibt es im Bereich mehrsprachiger Angebote im Münchner Raum

  • nur in Neuperlach die Europäische Schule mit mehreren Sprachabteilungen, in der aber fast ausschließlich Kinder von Angehörigen des Europäischen Patentamts aufgenommen werden;
  • die relativ weit von München entfernten englischsprachigen Schulen Munich International School (in Percha beim Starnberger See) und die
  • Bavarian International School (in Haimhausen), die wegen des Schulgelds, das sich monatlich im vierstelligen Eurobereich bewegt, nur für wenige erschwinglich sind –
  • und seit ein paar Jahren zwei kleinere Privatgrundschulen mit Deutsch und Englisch als Unterrichtssprachen (Internationale Montessori Schule und die Bilinguale Grundschule Phorms).
  • Außerdem existieren eine Reihe von griechischen Schulen sowie je eine japanische und französische Schule.

Es gibt jedoch keine Schule, die den Kindern unabhängig vom Geldbeutel ihrer Eltern wirkliche Mehrsprachigkeit anbietet.
In Berlin z. B. existieren „Europa-Schulen“ an 19 Grundschulen und 15 weiterführenden Schulen mit den Sprachkombinationen Deutsch-Englisch, Deutsch-Französisch, Deutsch-Griechisch, Deutsch-Polnisch, Deutsch-Portugiesisch, Deutsch-Spanisch, Deutsch-Italienisch, Deutsch-Russisch und Deutsch-Türkisch: 50% des Unterrichts wird in Deutsch und 50% wird in der Partnersprache erteilt.
Die Gründung einer Internationalen Schule würde dem kulturell vielfältigen Charakter Münchens als weltoffene Metropole entsprechen; die Chancen der Mehrsprachigkeit würden sowohl für Kinder mit deutscher wie mit nichtdeutscher Muttersprache besser genutzt werden.

Initiative:

Diana Stachowitz
Beatrix Zurek
Dr. Florian Roth
Jutta Koller
Sabine Krieger
SPD-Fraktion Fraktion Die Grünen-rosa liste

 

 

 

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