Einen dritten Arbeitsmarkt für München!

Antrag

Die Stadtverwaltung wird aufgefordert, in Zusammenarbeit mit den Sozialen Betrieben und dem Jobcenter ein Programm für einen echt dritten Arbeitsmarkt zu entwickeln. Dieses Programm richtet sich an Menschen mit Vermittlungshemmnissen die mittel- und langfristig innerhalb der verschiedenen Maßnahmen des MBQ (wie z.B. MAW) nicht wieder in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden können.
Dem Stadtrat wird zeitnah über die Ausgestaltung des Programms berichtet.

 

Begründung:

Selbst in München, einer Stadt mit sehr niedriger Arbeitslosenquote, lebt eine Vielzahl von Menschen, die aufgrund unterschiedlichster Bedingungen nicht (mehr) den Schritt in den ersten Arbeitsmarkt schaffen. Diese Menschen befinden sich oftmals dauerhaft im ALG II Bezug oder der Grundsicherung. Sie durchlaufen verschiedenste Programme und Maßnahmen – meist nur mit geringem, wenn nicht sogar mit gar keinem Erfolg. Daraus resultieren oftmals Perspektivlosigkeit und eine negative Einstellung gegenüber den Versuchen der (Wieder)Eingliederung in den Arbeitsmarkt. Aufgrund gesundheitlicher sowie psychischer Probleme ist eine langfristige Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt oftmals keine Option für diese Zielgruppe.

Die Stadt München tut deswegen sehr gut daran, neue Anreize zu schaffen, indem sie ein Programm für einen dritten Arbeitsmarkt schafft. Hier könnte für all diese Menschen eine komplett neue Perspektive, mit Arbeitsmöglichkeiten die ihren Kenntnissen und Fähigkeiten entsprechen, geschaffen werden. Jedoch bedarf es hierfür das klare Eingeständnis, dass es diese neuen Beschäftigungsverhältnisse abseits des ersten und zweiten Arbeitsmarkts braucht. Ein dritter Arbeitsmarkt bietet eine Reihe von Vorteilen. Der größte ist mit Sicherheit die Erkenntnis, konkrete Anreize für diese Menschen zu schaffen und sie somit aus dem ALG II Bezug und der Grundsicherung herauszuholen. Nicht minder wichtig ist jedoch der gesellschaftliche Mehrwert, der durch diese Maßnahme geschaffen wird. Durch die (Re)Integration in Arbeit und Gesellschaft und das Gefühl, wieder aktiver Teil der Arbeitswelt zu sein, kann wieder ein positives Lebens- und Selbstwertgefühl aufgebaut werden, welches Grundvoraussetzung für ein gesünderes Leben und Wohlbefinden ist.

Zu guter Letzt ist diese Maßnahme für die Stadt München auch finanziell mehr als lohnend. Langzeitarbeitslose, die verschiedenste Schleifen von Vermittlungsangeboten und Maßnahmen durchlaufen und doch permanent im System verbleiben, kosten die Gesellschaft viel Geld. Durch einen dritten Arbeitsmarkt und eine dauerhafte Beschäftigung besteht hier die Möglichkeit, sowohl finanzielle als auch zeitliche Mittel im Jobcenter anders einzusetzen und an anderen Stellen zu verwenden.

Fraktion Die Grünen-rosa liste

Initiative:
Lydia Dietrich
Jutta Koller
Gülseren Demirel
Oswald Utz

Mitglieder des Stadtrates

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