Elephant Man nicht in Münchner Clubs – ein offener Brief

Offener Brief

von Lydia Dietrich, Thomas Niederbühl und Dominik Krause – Stadträtin und Stadträte der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Münchner Stadtrat an

Fresh to Death Entertainment

München, 9.2.2015

Auftritt von Elephant Man im MVO-Club am 20. Februar 2015

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Erschrecken und großer Besorgnis haben wir zur Kenntnis nehmen müssen, dass, nachdem die Geschäftsführung des Muffatwerkes den Auftritts von Elephant Man im Ampere abgesagt hat, der jamaikanische Sänger nun im MVO-Club auftreten soll.

Elephant Man gehört zu den jamaikanischen Reggae- und Dancehall-Musikern, die in ihren Songtexten zu Gewalt gegen Lesben, Schwule und Transgender aufrufen.

Elephant Man hat sich jetzt, wo er in Europa auftreten will, von seinen homophoben Texten distanziert – eine gängige Praxis auch für andere Musiker mit Texten, die die Menschenrechte verletzen. Die Vergangenheit zeigt allerdings, dass sie, zurück in Jamaika, weiter an den Texten festhalten, sie weiterhin aufführen und spielen.

Wir halten einen Auftritt von Elephant Man im MVO-Club für fatal.

Hass und Gewalt – egal ob sie in München oder Jamaika besungen wird – hat unserer Meinung nach nichts in Münchner Clubs zu suchen. Eine klare Distanzierung zu Elephant Man wäre hier die richtige Antwort gewesen, nicht eine freudige Ankündigung seines Auftritts.

Auch Ihre Aussage zu der Kritik am Auftritt von Elephant Man bei queer.de, wo sie mitteilen, „dass man das ganze eventuell nicht so heiß kochen sollte und irgendwann auch mal vergessen könnte“, ist völlig deplatziert und an Hohn gegenüber den Opfern homophober Gewalt auf Jamaika und hier in Europa nicht zu übertreffen.

Wir fordern Sie deshalb auf, den Auftritt von Elephant Man umgehend abzusagen und dafür zu sorgen, dass Sie auch in Ihrem Club Homophobie keine Plattform bieten.

 

Lydia Dietrich, Thomas Niederbühl und Dominik Krause

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