Erhaltung und alternative Nutzung des Hochkamins des Heizkraftwerks Süd

Antrag zur dringlichen Behandlung in der Sitzung des Ausschusses für Arbeit und Wirtschaft am 12.03.2019

 

Antrag

Die Stadtverwaltung wird aufgefordert, gemeinsam mit den SWM zu prüfen, ob der Hochkamin am Heizkraftwerk Süd erhalten werden kann. Ebenso geprüft wird die Möglichkeit einer Zwischennutzung.
In die Prüfung sind baufachliche Parameter wie Statik und notwendige Sanierungsmaßnahmen mit aufzunehmen sowie voraussichtliche jährliche Unterhaltskosten. Zu prüfen ist ebenfalls, welche Auswirkungen ein Erhalt des Schornsteins für die geplante Geothermieanlage hätte. Das Prüfungsergebnis wird sowohl dem SWM-Aufsichtsrat als auch dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt. Dabei sollen aber nicht nur wirtschaftliche Faktoren eine Reihe spielen, sondern auch der Umstand, dass der Hochkamin für viele Münchnerinnen und Münchner eine weithin sichtbare Bedeutung als Wegmarke und Hochpunkt im Münchner Stadtpanorama hat.
In einem 2. Schritt dann eine Machbarkeitsstudie zu erstellen, welche künftigen Nutzungen im sanierten Hochkamin möglich wären.

 

Begründung:
Der Hochkamin des Heizkraftwerks Süd misst 176 m und ist damit nach dem Olympiaturm das zweithöchste Bauwerk der Stadt. Er ist von fast überall in München deutlich zu sehen und somit für viele zu einem „Wahrzeichen“ geworden. Der Turm gehört ins Münchner Stadtbild. Er ist keine Schönheit und dennoch erhaltenswert. Das Heizkraftwerk und dieser Turm gehören zur Münchner Geschichte, deswegen sollte trotz fehlender Ästhetik geprüft werden, ob alternative Nutzungen möglich sind. So sehen das auch viele Münchnerinnen und Münchner – und die Münchner Stadtgestaltungskommission vor wenigen Wochen. Ihr Beschluss lautete:

„Ferner sollen die Möglichkeiten zur Erhaltung des 176 m hohen Schornsteins (HDKamin) geprüft werden.“

Die SWM haben es laut Presseberichterstattung abgelehnt, den Hochkamin zu erhalten, da sie bei einem Erhalt Probleme mit der Errichtung einer Geothermieanlage an diesem Standort sehen. Die Geothermie hat hier natürlich Vorrang. Es ist dennoch sinnvoll, zunächst zu prüfen,  ob es nicht doch eine Möglichkeit des Erhalts gibt und welche Konsequenzen das hätte. Dann kann der Stadtrat darüber entscheiden.
Andere Städte zahlen viel Geld, um solche Türme zu bauen. Dieser Hochkamin könnte  andere Funktionen erfüllen und der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden. Kulturelle, touristische oder andere Nutzungen wären denkbar – z.B. in Form einer Aussichtsplattform mit gastronomischem Angebot, einem Graffitiprojekt oder einem Energiemuseum. Der Ausblick von dort oben ist sicherlich grandios, deshalb böte sich eine Aussichtsplattform an. Mitzubedenken ist auch, dass der Olympiaturm renoviert werden muss und somit längere Zeit geschlossen sein wird. Hier wäre eine Alternative zur Überbrückung der Zeit der Renovierung.
Andere Städte haben es vorgemacht: In Duisburg, Oberhausen und Würzburg bekamen   Türme und Kamine andere Aufgaben – auch München sollte diese Chance nutzen.

 

Fraktion Die Grünen – rosa liste
Initiative:
Anja Berger
Dr. Florian Roth
Katrin Habenschaden
Sabine Krieger
Herbert Danner
Anna Hanusch
Angelika Pilz-Strasser

Mitglieder des Stadtrates

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