Ethnische Klassen in München?

ANFRAGE

Von verschiedenen Seiten wurden wir darauf angesprochen, dass in einer Grundschule im Münchner Norden die Klassenbildung nach religiösen bzw. ethnischen Grundlagen erfolgt. Es soll dort eine „deutsche“ Klasse geben und mehrere Parallelklassen, in denen ausschließlich Kinder mit Migrationshintergrund sind.

Mehrere Eltern mit Migrationshintergrund haben sich darüber beschwert, da sie sich für ihre Kinder im Sinne einer gelingenden Integration gute Kontakt- und Kommunikationsmöglichkeiten zu muttersprachlich deutschen Kindern wünschen. Als Grund wurde ihnen gegenüber von der Schule angegeben, dass dies Verfahren die Bildung von Gruppen für den Religions- bzw. Ethikunterricht vereinfache.

In München wird sehr viel unternommen, um Kindern die Integration zu erleichtern und einen guten Schulstart zu ermöglichen. Derzeit wird das „Interkulturelle Integrationskonzept“ der Landeshauptstadt München umgesetzt, das alle Bereiche des Stadtlebens für das Thema sensibilisieren soll. Ständig sucht man nach Möglichkeiten, Kinder mit Migrationshintergrund – und ihre Familien – mehr in die Mitte unserer Gesellschaft zu holen. Wenn nun gerade da, wo der Kontakt am leichtesten herzustellen wäre – also in der Grundschule, in die alle Kinder gehen –, dieses gegenseitige Kennenlernen wegen angeblich vereinfachter Unterrichtsstrukturen verhindert wird, kann sich das auf all diese Bemühungen nur negativ auswirken.
Wir bitten deshalb das Schulreferat, folgende Fragen mit dem staatlichen Schulamt zu klären:

1. Ist dem staatlichen Schulamt bekannt, dass in einer Grundschule „ethnische reine“ deutsche Klassen gebildet wurden?

2. Gibt es in München mehrere Schulen, die so vorgehen?

3. Was wird das staatliche Schulamt unternehmen, um solche Vorkommnisse zu unterbinden?

4. Kennt das staatliche Schulamt das „Interkulturelle Integrationskonzept“ der Landeshauptstadt München und unterstützt es dessen integrativen Ansatz?

5. Wie beurteilt die Fachabteilung 5 des Schulreferats, die sich in allen Kindergärten bemüht, Kinder mit Migrationshintergrund voll zu integrieren, dieses Vorgehen?

6. Wie beurteilt das Schulreferat/Fachabteilung 3 dieses Vorgehen angesichts seiner eigenen Bemühungen um Förderung und Integration von Kinder mit Migrationshintergrund?

7. Wie sieht das Sozialreferat dieses Vorgehen – besonders vor dem Hintergrund, dass das Integrationskonzept gerade umgesetzt werden soll?

Initiative:
Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen – Rosa Liste
Jutta Koller, Stadträtin
Dr. Florian Roth, Stadtrat
Gülseren Demirel, Stadträtin

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