Flächeneffiziente Stadtentwicklung zum Schutz wertvoller Grün- und Freiflächen

Antrag

Der Stadtrat beauftragt die Stadtverwaltung im Rahmen eines Grundsatzbeschlusses zum Schutz von Grün- und Freiflächen die im Flächennutzungsplan als Grünflächen, Biotopflächen oder sonstige geschützte Landschaftsflächen ausgewiesen sind, eine langfristige Strategie und ein stufenweises Konzept zu entwickeln und dem Stadtrat zur Entscheidung vorzulegen.

Dabei sind folgende Forderungen zu berücksichtigen bzw. umzusetzen:

1.) Ein zeitlich begrenzter Stopp, für die bauliche Entwicklung von „Allgemeinen Grünflächen“ laut FNP und Grünflächen laut Spielflächenversorgungsplan mit dem Ziel der Qualifizierung, Vernetzung und Aufwertung von Plätzen, Wegen und Grünanlagen aus Sicht der Grünplanung und Biodiversität. Der zeitlich befristete Stopp soll für künftige Planungsgebiete gelten und wird bis zum Vorliegen des beantragten „Grün-, Frei- und Naturschutzflächenplan“ befristet.

2.) Rückbau, Umnutzung und/oder Überbauung überdimensionierter Straßen/Verkehrsflächen – z. B. in Neuperlach: Ständlerstraße, Otto-Hahn-Ring, Quiddestraße – systematische Prüfung alternativer Nutzungen, z. B. ökologischer Rückbau mit naturnaher Gestaltung, Aufwertung von reinem Abstandsgrün in Aufenthaltsflächen, Wohn- und/oder Gewerbebebauung, Anlage attraktiver Radverbindungen, etc.

3.) Unbürokratische Baurechtsmehrung für Bungalows/eingeschossige Wohnbebauung und Wohnbaurecht für derzeitige Garagenhöfe.

Begründung:

Die Flächenkonkurrenz vielfältigster Nutzungsansprüche ist seit Jahren ein vieldiskutiertes Thema in Gesellschaft, Politik und Stadtverwaltung. Sehr häufig wird dieses Konkurrenzproblem bei aktuellen Planungen auf die einfachste Art gelöst – durch die Bebauung von Grün- und Freiflächen! Dies sorgt in der Bevölkerung zunehmend für Unmut und Unverständnis. Einerseits sind die konkurrierenden Nutzungsansprüche real, andererseits kann der aufmerksame Betrachter feststellen, dass Fehlentwicklungen bei der Flächennutzung der vergangenen Jahrzehnte und der langjährig sorglose Umgang mit wertvollem Boden eine wesentliche Ursache des aktuellen Problems sind. In vielen Stadtteilen ist zu beobachten, dass insbesondere großflächige oberirdische Kfz-/ bzw. Kunden-Parkplätze wertvolle Flächen beanspruchen und gleichzeitig das Münchner Stadtklima aufheizen. Gleiches gilt für überdimensionierte Straßen, z. B. im Stadtbezirk Neuperlach als Ergebnis einer autogerechten Stadtentwicklung der 60er Jahre. Deshalb braucht München einen neuen nachhaltigen Planungsansatz mit dem Ziel, Bäume und Grünflächen weitestgehend zu schonen und für die Naherholung der Stadtgesellschaft zu erhalten, sowie den Mut, anachronistische Fehlentwicklungen der letzten Jahrzehnte zu korrigieren.

Wir bitten, wie in der Geschäftsordnung des Stadtrates vorgesehen, um eine fristgemäße Bearbeitung unseres Antrages.

Fraktion Die Grünen-rosa liste
Initiative:
Herbert Danner, Sabine Krieger, Katrin Habenschaden, Paul Bickelbacher, Anna Hanusch, Gülseren Demirel

Mitglieder des Stadtrates

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