Fortschreibung Grundsatzbeschluss Radverkehr 2017 IV – Zustand und Sanierung des Münchner Radverkehrsnetzes

Anfrage

 

Auf das Radverkehrsnetz kommen infolge

  • wachsender Radverkehrsmengen,
  • der auf modernen Gangschaltungen und Pedelecs basierenden höheren Geschwindigkeiten
  • der zunehmenden Geschwindigkeitsdifferenzen im Radverkehr und
  • der zunehmenden Verbreitung mehrspuriger Räder (z.B. Lastenräder) und Fahrradanhänger

große Herausforderungen zu. Die in großen Teilen nicht mehr zweckmäßigen weil zu schmalen baulichen Radwege, die vom Gehweg abgezwackt oder per weißer Linie abgetrennt wurden, müssten an vielen Stellen durch ausreichend breite Radfahr- oder Schutzstreifen, die ein sicheres Überholen ermöglichen, ersetzt werden. Häufig ist ein paralleles Vorgehen sinnvoll, das neue Angebote auf der Fahrbahn eröffnet und – zumindest für eine Übergangszeit – die bestehenden baulichen Radwege fortbestehen lässt.

Hinsichtlich der Sanierung von Radwegen fragen wir daher den Oberbürgermeister:

1. Gibt es eine Bestandsanalyse zu den baulichen Radwegen in München? Wie viele Kilometer der baulichen Radwege entsprechen der Mindestbreite gemäß ERA 2010? Wie viele Kilometer den empfohlenen Maßen gemäß ERA 2010?

2. In welchem Zustand befinden sich die Münchner Radwege? Gibt es hier entsprechende Kategorien oder Klassen und welche Kriterien liegen diesen zu Grunde?

3. Nach welchen Kriterien (Monitoring, Zeitplan, Priorität im Vergleich zu anderen Projekten) erfolgt die Radwegsanierung durch das Baureferat?

4. Welche Priorität hat die Sanierung von Radwegen im Vergleich zur Sanierung oder dem Neubau von Fahrbahnen/Straßen des Autoverkehrs?

5. Wird vor der Sanierung von Radwegen durch das Baureferat geprüft, ob eine Verbreiterung möglich ist? Falls nein, warum nicht?

6. An wie vielen Stellen werden zu schmale Radwege erhalten ohne Alternativen zu eröffnen und damit wenig zukunftsgerichtete Investitionen getätigt?

7. Sollten diese Gelder nicht besser in eine zukunftsfähige und an den wachsenden Bedarf angepasste Infrastruktur investiert werden?

8. Wird bei einer Fahrbahnsanierung automatisch geprüft, ob die begleitenden Radwege ggf. saniert werden müssen oder ersetzt werden sollten, wenn sie nicht mehr benutzungspflichtig sind? Werden hier die sinnvollen Synergie-Effekte genutzt, um Zeit und Kosten zu sparen?

9. Liegt der Schwerpunkt der Maßnahmen im Bereich der Bestandserhaltung (Status quo wird manifestiert) oder in einem Ausbau, der dem Wachstum des Radverkehrs gerecht wird?

10. Wie viel Geld aus der Nahmobilitätspauschale wurde seit 2010 in die Sanierung von Radwegen gesteckt und wie viel in neue Projekte?

11. Zum Vergleich: Wie viel Geld wurde und wird in die Sanierung und Erhaltung des Münchner Straßennetzes investiert (Bilanzierung für die Jahre 2010 – 2016)

Fraktion Die Grünen-rosa liste

Initiative:
Paul Bickelbacher, Herbert Danner, Anna Hanusch, Sabine Nallinger

Mitglieder des Stadtrates

 

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