Frauen-Nachttaxi vertagt – KVR-Dummheiten weiterhin im Raum

P R E S S E M I T T E I L U N G

Ein Antrag der Grünen – rosa liste auf Einführung eines Frauen-Nachttaxis ist heute im Kreisverwaltungsausschuss vertagt worden. Stadträtin Anja Berger zeigte sich erleichtert, dass die Fraktionen von SPD und CSU nun die Gelegenheit erhielten, die vom Kreisverwaltungsreferat empfohlene Ablehnung des Antrags noch einmal zu überdenken.
Berger übte scharfe Kritik an der Beschlussvorlage, die nicht nur in der Frage eines Frauen-Nachttaxis das Thema verfehle, sondern offenbar den Sinn und Zweck von Gleichstellungspolitik grundsätzlich nicht verstanden habe.
Anja Berger: „Dass viele Frauen sich in München nachts unsicher fühlen, ist nicht auf ein Zuviel an Phantasie zurückzuführen, sondern dies hat handfeste Ursachen. Die mangelnde Selbstkontrolle vieler Männer macht auch im ach so sicheren München Frauen immer wieder zu Opfern sexueller Übergriffe. Es ist bedauerlich, dass dem Kreisverwaltungsreferenten zur Verbesserung dieser Situation nichts anderes einfällt als das übliche ‚Wir machen doch schon alles‘, mit dem er das bereits existierende Angebot des ‚Isartigers‘ einem echten Frauen-Nachttaxi vorzieht.
Es ist aber vollkommen inakzeptabel dies mit dem Argument zu tun, der Isartiger sei deswegen überlegen, weil er auch von Männern genutzt werden könne und daher einen größeren Beitrag zur Geschlechtergerechtigkeit leiste. Wenn Maßnahmen zum Schutz und zur Gleichstellung von Frauen erst das Kriterium erfüllen müssen, dass sie auch für Männer zur Verfügung stehen, steht die gesamte Gleichstellungspolitik auf der Kippe. Hier geht es darum eine offensichtliche Benachteiligung von Frauen zu beseitigen – und zwar eine von Männern verursachte. Der Blick ist daher auf die Opfer dieser Verhältnisse zu richten – ihnen muss geholfen werden, von ihnen ist Schaden abzuwenden. Stattdessen mit dem Argument einer formalen Gleichberechtigung die Lage der Männer in den Fokus zu rücken, beweist einen erschreckenden Mangel an Sensibilität und an gleichstellungspolitischem Verständnis. Ich appelliere an den Kreisverwaltungsreferenten, sich zu besinnen und auf derart unsinnige Argumente zu verzichten!“

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