Geburtenrekord und Hebammennotstand in München!

Anfrage

Schon im Jahr 2014 wurden über 800 Frauen kurz vor der Geburt in München von den Krankenhäusern abgewiesen, weil die Kapazitäten fehlten. Auf Grund der steigenden Geburtenzahlen kann für die Jahre 2015 und 2016 von noch höheren Zahlen ausgegangen werden.

Nach uns vorliegenden Informationen wurde bei Frauen die Geburt eingeleitet, ohne dass zunächst ein Bett im Kreißsaal zur Verfügung stand, die Frauen wurden stattdessen spazieren geschickt – von „Einleitung to go“ ist die Rede. Zudem müssen Hebammen mittlerweile oft 3-4 Frauen gleichzeitig betreuen – ein unhaltbarer Zustand für die Hebammen und die betreuten Frauen.

Planbare Geburten per Kaiserschnitt werden immer stärker bevorzugt. Die StKM hat sich bewusst diesem Trend nicht angeschlossen und die Kaiserschnittrate in den letzten Jahren gesenkt.

Ebenso wird berichtet, dass die Betreuung der Frauen rund um die Geburt insbesondere in der StKM eine hohe Qualität aufweist und die Frauen nach Geburt gut versorgt und informiert die Klinik verlassen (Zertifizierung Initiative babyfreundliches Krankenhaus). Die Frauen sind deutlich besser über das Stillen und den Umgang mit dem Baby informiert.

Deshalb fragen wir:

1. Wie viele Frauen wurden in den Jahren 2015 und 2016 in Münchens Kliniken vor der Geburt abgewiesen?

2. Welche Informationen hat das RGU zu den abgewiesenen Fällen in Münchens Kliniken?

3. Wurden auch in der StKM Frauen abgewiesen?

4. Kann der Hebammennotstand beziffert werden und wenn ja, wie viele Hebammen fehlen, um die Geburten in München gut zu betreuen?

5. Welche Möglichkeiten sieht das RGU auf die Träger staatlicher, freigemeinnütziger und privater Krankenhäuser einzuwirken, damit dieser unhaltbare Zustand beendet wird?

6. Welche Möglichkeiten sieht das RGU, diesem Notstand aus städtischer Sicht zu begegnen (zusätzliche Kreißsäle, frei praktizierende Hebammen fördern, weiteres Geburtshaus, Hebammenpraxen unterstützen)?

 

Wir bitten, wie in der Geschäftsordnung des Stadtrates vorgesehen, um eine fristgemäße Beantwortung unserer Anfrage.

 

Fraktion Die Grünen-rosa liste

Initiative:

Lydia Dietrich
Thomas Niederbühl
Anna Hanusch
Gülseren Demirel
Dr. Florian Roth
Dominik Krause
Katrin Habenschaden
Sabine Krieger
Hep Monatzeder
Jutta Koller
Sabine Nallinger
Paul Bickelbacher
Oswald Utz
Herbert Danner

Mitglieder des Stadtrates

 

 

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