Gedenken an die Verbrechen an den Sinti und Roma stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken

P R E S S E M I T T E I L U N G

Anlässlich des heutigen 75. Jahrestags der Deportation von 141 Münchner Sinti und Roma nach Auschwitz hat Fraktionsvorsitzender Dr. Florian Roth erneut dazu aufgerufen, regelmäßig an das Unrecht zu erinnern, das den Sinti und Roma angetan wurde. Dr. Roth hatte vor ca. einem Jahr beantragt, die Etablierung eines Gedenktages für die von den Nazis deportierten und ermordeten Sinti und Roma zu fördern. „Mit dem heutigen öffentlichen Gedenken am Platz der Opfer des Nationalsozialismus“, so Dr. Roth, „hat die Stadt einen wichtigen Schritt getan, um die Erinnerung an das Schicksal der Münchner Sinti und Roma stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Es spricht vieles dafür, dieses Gedenken jedes Jahr – und nicht nur an sog. runden Jahrestagen zu begehen.“
Dr. Roth erneuerte in diesem Zusammenhang auch seinen Vorschlag, ein Denkmal zur Erinnerung an Geschichte und Verfolgung der Sinti und Roma in München zu schaffen und zu diesem Zweck einen Wettbewerb für ein Kunstwerk im öffentlichen Raum auszuloben. Dr. Florian Roth: „Der Sinti-Roma-Platz im Stadtbezirk Schwanthalerhöhe, wo der Bezirksausschuss sich bereits mehrmals einstimmig für ein solches Denkmal ausgesprochen hat, würde sich ebenso für ein solches Denkmal eignen wie die Ettstraße. Dort wurde in der Polizeizentrale München bereits 1899 der reichsweit erste ‚Nachrichtendienst für die Sicherheitspolizei in Bezug auf Zigeuner‘ gegründet und später die Deportation der Münchner Sinti und Roma organisiert. Ihre deutschlandweite Funktion wurde auch nach dem Zweiten Weltkrieg in Form der sog. ‚Landfahrerstelle‘ weitergeführt, bis sie erst 1970 wegen Grundgesetzwidrigkeit aufgelöst wurde. München hat hier im 20. Jahrhundert eine unrühmliche Rolle gespielt – es wird Zeit, dies in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken.“

 

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