Geschlechtergerechte Pädagogik in den Arbeitsbereichen Kinderbetreuung und Jugendhilfe

Antrag

Geschlechtergerechte Pädagogik in den Arbeitsbereichen Kinderbetreuung und Jugendhilfe

Die Landeshauptstadt München

- bietet dem gesamten Personal in den oben genannten Arbeitsbereichen freiwillige Fortbildungen zu geschlechtergerechter Pädagogik an; Ziel ist der Erwerb von geschlechtsbezogenem Hintergrundwissen und geschlechtergerechten Handlungskompetenzen damit Jungen und Mädchen bei der Bewältigung geschlechtsbezogener Probleme unterstützt werden können

- die Stadt München prüft, was zu tun ist und was getan wurde – im Zeitraum 2008-2010 – um geschlechtergerechte Pädagogik in den Kinderbetreuungseinrichtungen (Krippen, Kitas, Horte, KITZ) sowie Einrichtungen der Jugendhilfe im gesamten Stadtgebiet als selbstverständliches, kontinuierlich umzusetzendes Querschnittsthema zu etablieren

- die Stadt München prüft inwieweit geschlechtergerechte Pädagogik bei der Einführung neuer Strukturen im Rahmen des optimierten Regiebetriebs (oRB Kita) personell und strukturell berücksichtigt wird; Ziel sollte sein, dass alle Querschnittsthemen in der neuen Struktur in gleichem Umfang vertreten sind

- die Stadt München empfiehlt geeignete Maßnahmen, um geschlechtergerechte Pädagogik als Querschnittsthema in den städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen sowie in der Kinder- und Jugendhilfe zu etablieren bzw. weiter auszubauen, wo dies schon geschehen ist

- die Stadt München prüft, inwieweit geschlechtergerechte Pädagogik in städtischen Schulen und Berufsschulen in den Umgang mit Schülerinnen und Schülern einfliesst sowie als Querschnittsthema etabliert ist und empfiehlt geeignete Maßnahmen, falls die geschlechtergerechte Pädagogik noch nicht in der täglichen Arbeit verankert ist

- die Stadt München fragt bei den Trägern freier Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen ab, inwieweit geschlechtergerechte Pädagogik in diesen Institutionen umgesetzt wird, zur Arbeit mit Schülerinnen und Schülern gehört und empfiehlt geeignete Maßnahmen, falls die geschlechtergerechte Pädagogik noch nicht in der täglichen Arbeit verankert ist

Begründung: Zur Entwicklung von Mädchen und Jungen zu gleichberechtigten Individuen in einer gleichberechtigten Gesellschaft tragen drei Bausteine bei, die weiterhin benötigt werden und untereinander nicht zu ersetzen sind: Mädchenarbeit, Jungenarbeit und geschlechtsreflektierte Koedukation. Geschlechtergerechte Pädagogik, also die Sicht auf beide Geschlechter, ihre spezifischen Lebenslagen, Bedürfnisse und ihre gesellschaftliche Teilhabe, gehört zu den Standardaufgaben in allen Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe. Ein zentrales Anliegen der geschlechtergerechten Pädagogik ist es, die Zwänge und Chancen aufzugreifen, die mit der gesellschaftlichen Anforderung, ein Mann oder eine Frau zu sein bzw. zu werden, verbunden sind. Die Stärkung des Selbstwertes hinsichtlich der Geschlechtlichkeit gerade auch im Kontext anderer sozialer Faktoren ist zentrales Ziel geschlechtsbezogener Pädagogik. Mädchen und Jungen müssen ihr Geschlecht in selbstbestimmter Weise leben und subjektiv entfalten können, ohne dabei durch Vorgaben, wie sie als Mädchen oder Junge zu sein haben, eingeschränkt zu werden. Beide Geschlechter stehen als eigenständige Personen mit ihren jeweiligen Eigenschaften und Fähigkeiten im Zentrum der pädagogischen Betrachtung und werden gleichermaßen wertgeschätzt. Ihre Handlungsweisen sollten nicht aufgrund ihres Geschlechts bewertet bzw. abgewertet werden.
Bündnis ’90/Die Grünen – rosa liste

Initiative:
Lydia Dietrich, Stadträtin
Siegfried Benker, Stadtrat
Gülseren Demirel, Stadträtin
Jutta Koller, Stadträtin

Print Friendly

Nach oben scrollen