Donnerstag, 13. Dezember 2018

Gesundheitsausschuss berät über Schwangerschaft und Geburt – aber kein Wort über Abbrüche

P R E S S E M I T T E I L U N G

Die Grünen – rosa liste warnen vor einem Versorgungsengpass bei Schwangerschaftsabbrüchen. Stadträtin Anja Berger verwies auf die bundesweit sinkende Zahl von Arztpraxen und Kliniken, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen, auf das hohe Durchschnittsalter der Ärztinnen und Ärzte und auf Defizite bei der ärztlichen Ausbildung.
Anja Berger: „Bundesweit ist die Zahl der Arztpraxen und Kliniken, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen, seit 2003 um 40 Prozent zurückgegangen – von 2000 auf 1200 Stellen. Der Arzt, der in der Münchner Region die größte Einrichtung für Schwangerschaftsabbrüche betreibt, ist über 70 Jahre alt. Und im Medizinstudium  wird dieser Eingriff nicht verpflichtend gelehrt. Man muss dazu eine Zusatzqualifikation erwerben, doch da in den meisten Kliniken keine Abbrüche durchgeführt werden, ist dies mit Schwierigkeiten verbunden.
Da die Münchner Region den ländlichen Raum mitversorgen muss, ist es wichtig, jetzt auf diese Entwicklung zu reagieren und sicherzustellen, dass genügend Einrichtungen für Frauen vorhanden sind, die einen Schwangerschaftsabbruch durchführen wollen. Leider wird der gesamte Themenkomplex in dem heute zur Beratung im Gesundheitsausschuss anstehenden „Ergebnisbericht Versorgungskette Schwangerschaft und Geburt in der Landeshauptstadt München“ fast völlig verschwiegen. Wir fordern die Gesundheitsreferentin auf, hier nachzubessern und verlässliche Daten und Prognosen auch für diesen Teilbereich der Schwangerschaftsmedizin zu liefern.“

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