Gibt es ein neues Betriebskonzept für den S-Bahn-Tieftunnel? Wo liegen die Gewinner und wo die Verlierer im Stadtgebiet?

Anfrage

Das derzeitige Startkonzept für den Betrieb der 2. Stammstrecke sieht nur drei S-Bahn-Fahrten pro Stunde mehr in den beiden S-Bahn-Röhren vor (20 Fahrten statt 30 im ersten Tunnel und 13 Fahrten im neuen Tunnel) und wird an vielen städtischen Haltepunkten zu Verschlechterungen führen (z.B. an der Donnersbergerbrücke, an der Hackerbrücke, am Stachus, am Isartor und am Rosenheimer Platz).
Der im Start-Betriebskonzept angestrebte wenig ehrgeizige und schlecht merkbare 15-Minuten-Takt anstatt eines 10-Minuten-Taktes auf den Außenästen führt zu vielen Problemen mit dem 10/20-Minuten-Takt im Busverkehr der Stadt und in den Landkreisen sowie an den bestehenden U-Bahn-Verknüpfungen.
Auch ist fraglich, ob und wie der vom Stadtrat geforderte Regionalverkehr im 2. Stammstreckentunnel fahren wird, da dessen Finanzierung unklar ist. Die bisherigen Entflechtungsmittel entfallen, die Länder erhalten dafür Umsatzsteuerpunkte die in den allgemeinen Länderhaushalt gehen. Der Bund stellt für den Betrieb der nach der Bahnreform durch die Länder bestellten regionalen Bahnverkehre bis 2031 beginnend mit dem 1.1.2016 8,2 Mrd. EUR zur Verfügung. Die Beträge werden zwar jährlich mit 1,8 % dynamisiert, sind aber nur bis kurz nach der geplanten Betriebsaufnahme des 2. Stammstreckentunnels gesichert.
Wir fragen daher:

1. Welche Münchner S-Bahn-Haltepunkte werden nach dem derzeitigen Startkonzept mehr, welche weniger als derzeit bedient?

2. Gibt es bereits Anpassungskonzepte für den U-Bahn- und Busverkehr an den 15-Minuten-Takt?

3. Ist nach derzeitigen Erkenntnissen mit den zur Verfügung stehenden Länderfinanzmitteln ein Mehrverkehr (Regionalverkehr) über das derzeitige Startkonzept hinaus möglich?

Wir bitten um eine termingerechte Beantwortung unserer Fragen.

 

Initiative:

Paul Bickelbacher
Herbert Danner
Anna Hanusch
Sabine Nallinger
Mitglieder des Stadtrates

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