Grün statt grau I: Management von Gewerbegebieten und -flächen: Gewerbeflächen umstrukturieren statt neu ausweisen, Wohn- und Arbeitsraum schaffen, Grünflächen schützen

Antrag

Die LH München weist keine neuen Flächen für Gewerbe auf bisher unversiegelten Flächen aus. Stattdessen erstellt sie Planungen zur Umstrukturierung und Nachverdichtung vorhandener Gewerbeflächen, um diese effizienter zu nutzen. Dabei gilt es besonders das große Flächenpotential bisheriger Verkehrsflächen zu nutzen.
Gleichzeitig ist bei den Planungen für die Umstrukturierung und Nachverdichtung zu prüfen, inwieweit vorhandene Gewerbeflächen städtebaulich aufgewertet werden und zusätzlich neuen Wohnraum in sogenannten urbanen Gebieten bieten können.
Um diese Aufgaben leisten zu können, wird ein aktives Management von Gewerbeflächen flächendeckend und nicht nur punktuell als zentraler Bestandteil der Münchner Flächenpolitik eingeführt.

Begründung:
Fläche ist kostbar. Im wachsenden München brauchen wir bezahlbaren Wohnraum, soziale Infrastruktur und wir brauchen unsere Grünflächen für die Erholung, die Artenvielfalt und fürs Klima. Doch gerade im Gewerbe wird mit Fläche oft viel zu verschwenderisch umgegangen. Deshalb muss der Fokus bei der Suche nach Gewerbeflächen ganz klar auf die Umstrukturierung von Gewerbegebieten, aber auch von einzelnen Gewerbeflächen gelegt werden. Das Potential dafür ist in München vorhanden: Zahlreiche ausgewiesene ältere Gewerbegebiete brauchen eine Frischzellenkultur – z.B. der Euroindustriepark, Obersendlig, Neumarkter Straße, Am Moosfeld und Perlach Süd. Die bestehenden Strukturen sind teils nicht mehr konkurrenzfähig oder verbrauchen wertvolle Flächen durch eingeschossige Gebäude und riesige Parkplätze. Eingeschossige, großflächige Einzelhändler wie Discounter oder Baumärkte mit ihren überdimensionierten Parkplätzen finden sich in der ganzen Stadt. Dem muss entgegengewirkt werden. Der Bedarf an Gewerbe ist dementsprechend vorrangig auf bereits bestehenden Gewerbeflächen zu befriedigen (sogenanntes Gewerbeflächenrecycling) und auf einen optimierten Umgang mit der Fläche ist zu achten. Dabei ist sogar eine städtebauliche Aufwertung und Schaffung neuen Wohnraums möglich. Mit Wohnen verträgliches Gewerbe bereichert die Erdgeschosse von neuen urbanen Gebieten, wie sie z.B. im neuen Wohnungsbaugebiet der ehemaligen Bayernkaserne entstehen. Allgemeine Grünflächen, Parkanlagen, Waldflächen, Parks, ökologische Vorrangflächen und ausgewiesene Grünzüge müssen für Gewerbe tabu sein.

Wir bitten, wie in der Geschäftsordnung des Stadtrates vorgesehen, um eine fristgemäße Bearbeitung unseres Antrages.

 

Fraktion Die Grünen – rosa liste
Initiative:
Katrin Habenschaden, Herbert Danner, Paul Bickelbacher, Sabine Krieger, Anna Hanusch, Gülseren Demirel, Hep Monatzeder, Anja Berger, Sabine Nallinger.
Mitglieder des Stadtrates

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