Grüne fliegen mehr als andere – wie kommt das?

 

P R E S S E M I T T E I L U N G

Ausgerechnet die Stadträtinnen und Stadträte der Grünen, stets bereit die klimaschädlichen Auswirkungen des Flugverkehrs im Allgemeinen und einer 3. Startbahn im Besonderen zu kritisieren, sind im Jahr 2014 von allen Fraktionen am meisten geflogen. Das geht aus einem Bericht des Umweltreferats hervor, in dem die Anzahl aller dienstlich veranlassten Flüge der Stadtratsmitglieder und der Verwaltung dargestellt werden. Sinn dieses Berichts, der heute im Umweltausschuss beraten wird, ist nicht nur die öffentliche Kontrolle der Flugreisen, die im Dienst der Stadt unternommen werden, sondern auch die Darstellung der von der Stadt für die Flüge geleisteten CO2-Kompensationszahlungen an die Organisation „atmosfair“ – eine Regelung, die auf einen Antrag von Grünen-Stadträtin Sabine Krieger zurückgeht. Atmosfair finanzierte 2014 damit zum Beispiel ein Kleinwasserkraftwerk in Honduras und effiziente Öfen in Ruanda.
Laut der Aufstellung haben die Mitglieder der Fraktion 2014 insgesamt 23 Flüge absolviert (CSU: 6; SPD: 12). Auch für Die Grünen war es durchaus überraschend, dass die größeren Fraktionen weniger geflogen sind. Wie kommt das zustande?
Allein vier Flüge entstanden durch eine Reise in Münchens Partnerstadt Bordeaux, wo Stadträtin Sabine Krieger den Oberbürgermeister offiziell beim „München-Tag“ vertrat und wegen der ungünstigen Verbindungen zweimal umsteigen musste. Das zählt als viermal geflogen.
Eine OB-Vertretung war auch der Anlass für eine Reise von Lydia Dietrich in Münchens Partnerstadt Kiew, wo sie am „Kiew Pride“ – der dortigen noch heftig umstrittenen und keineswegs risikolosen Ausgabe des „Christopher Street Day“ – teilnahm. Als einzige Vertreterin Münchens im Hauptausschuss des „Rat der Gemeinden und Regionen Europas“ (CEMR) war Lydia Dietrich noch häufiger unterwegs: Brüssel, Berlin, Lodz und Rom.
Andere Flugreisen führten Stadträtinnen und Stadträte der Grünen – rosa liste zu Sitzungen des Deutschen Städtetags nach Hamburg und Berlin, zu einer Jurysitzung in Köln, zu einer Radverkehrskonferenz in Rostock oder zu einer Tagung des Netzwerks „Eurocities“ in Venedig.
Stadträtin Sabine Krieger: „Die Grünen – rosa liste sind, wie auch Mitglieder der anderen Fraktionen, im Auftrag der Stadt unterwegs. Wir halten uns grundsätzlich an die Regel, Flüge innerhalb Deutschlands zu vermeiden und auch international nur zu fliegen, wenn die Reisezeit andernfalls sechs Stunden überschreiten würde. Manchmal ist dies aus beruflichen oder terminlichen Gründen nicht möglich – dann machen auch Grüne eine Ausnahme.“

 

 

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