Grüne fordern mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer

P R E S S E M I T T E I L U N G

Trendwende in der Verkehrsentwicklung
Grüne fordern mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer

Anders als die meisten Münchnerinnen und Münchner denken, nimmt der Autoverkehr in München nicht mehr zu. Wie die heute im Planungsausschuss vorgelegten Zählungen des Planungsreferats zeigen, hat sich der Kfz-Verkehr zwischen der Stadtgrenze und dem Mittleren Ring stabilisiert und innerhalb des Mittleren Rings sogar um 10 % abgenommen – trotz eines Bevölkerungswachstums von ca. 10 %.

Die Zählungen auf der Straße werden von Haushaltsbefragungen bestätigt: Die mit dem Rad zurückgelegten Wege sind zwischen 2002 und 2008 von 10 auf 14 % gestiegen – und das bei konstantem Anteil der zu Fuß oder mit dem Öffentlichen Verkehr zurückgelegten Wege.

Eine beeindruckende Trendwende gibt es auch bei der Mobilität insgesamt: Während die durchschnittlich zurückgelegten Kilometer pro Tag bei den in Sechs-Jahres-Schritten üblichen Haushaltbefragungen in den letzten 30 Jahren jedes Mal angewachsen sind, blieben sie nun erstmals konstant. Dies kann als Ergebnis der Münchner Planungsphilosophie „kompakt, urban und grün“ betrachtet werden.

Die Grünen VerkehrsexpertInnen Paul Bickelbacher und Sabine Nallinger bewerteten die Zahlen als klaren Beleg für die Richtigkeit der von der grün-rosa Fraktion verfolgten Verkehrspolitik. Es zeige sich nun, wie Investitionen in den ÖPNV, den Rad- und Fußverkehr sich für die Umwelt und für das Stadtsäckel auszahlen – denn die steigende Einwohnerzahl könne ohne kostenintensive Investitionen in Straßenbau bewältigt werden. Mit einer durchdachten Siedlungsplanung wollen die Grünen München weiter zu einer Stadt der kurzen Wege entwickeln, um die Zahl der zurückgelegten Kilometer pro Tag möglichst zu senken und um die Stadt auf die zu erwartenden steigenden Ölpreise vorzubereiten.

Paul Bickelbacher: „Der relative Bedeutungsverlust des Autoverkehrs und die Zunahme des Rad- und Fußverkehrs sowie des ÖPNV muss sich in den Straßenräumen stärker widerspiegeln. Zu schmale Radwege, die den Fußgängern abgezwackt wurden, sollten durch Rad- und Schutzstreifen ersetzt werden, um den Radlerstau aufzulösen und um den Radverkehr sicherer abzuwickeln. Kopenhagen und die Niederlande machen uns vor, wie man den Radverkehr komfortabel führen und zugleich die Sicherheit erhöhen kann.“

Neben den Berichten und Studien zur Verkehrsentwicklung wurde im heutigen Planungsausschuss der Auftakt zur Fortschreibung des Nahverkehrsplans beschlossen.
Hierzu Sabine Nallinger: „In dem heute beschlossenen Entwurf zur Fortschreibung des Nahverkehrsplans sind die Planung und Prüfung zahlreicher neuer Tramstrecken enthalten. Sie sichern bei überschaubaren Kosten die zukunftsfähige Mobilität für eine wachsende Stadt. München braucht die Tramwesttangente, die Tram durch den Englischen Garten, die Tram nach Freiham und die weitere Erschließung des Münchner Nordens mit der Straßenbahn. Durch den weiteren Ausbau des Tramnetzes werden weitere attraktive Direktverbindungen geschaffen, Stadtteile miteinander verbunden und damit insgesamt die Attraktivität des ÖPNV erhöht. Nur so werden wir der wachsenden Verkehrsnachfrage gerecht werden.“

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