Gute Nachricht für die Isarauen: Die Parkhauspläne für den Tierpark stehen vor dem Aus

P R E S S E M I T T E I L U N G

Die von der Großen Koalition im Stadtrat forcierten Pläne für den Bau eines Parkhauses am Tierpark stehen offenbar vor dem Scheitern. Hintergrund ist anscheinend eine Stellungnahme des Planungsreferats, das den Bau inmitten eines Flora-Fauna-Habitat-Gebietes (FFH-Gebiet) äußerst kritisch beurteilt. Der Aufsichtsrat des Tierparks soll sich auf seiner nächsten Sitzung mit dem weiteren Procedere beschäftigen und das Projekt erst einmal auf Eis legen.
Für Stadträtin und Tierpark-Aufsichtsrätin Katrin Habenschaden bestätigt diese Entwicklung die Bedenken und die Kritik der Fraktion Die Grünen – rosa liste und der Naturschutzverbände, die von Anfang davor gewarnt hatten, unmittelbar an der Isarhangkante ein dreistöckiges Parkhaus zu errichten.
Katrin Habenschaden: „Es ist eine gute Nachricht, dass bei der Stadtverwaltung ein Umdenken stattgefunden hat und unsere Bedenken hinsichtlich des Parkhauses nun offenbar geteilt werden. Ein mehrstöckiges Parkhaus direkt an die Isarhangkante, direkt in geschütztes FFH-Gebiet, das war, ist und bleibt aus mehreren Gründen unsinnig:

  • Der Umweltschutz direkt vor Ort wird mit Füßen getreten. Ein FFH-Gebiet wird nicht zum Spaß ausgewiesen, sondern weil es dort schützenswerte Tiere und Pflanzen gibt.
  • Der Stadtrat hat – mit den Stimmen der schwarz-roten Stadtratsmehrheit vor kurzem das Bürgerbegehren für saubere Luft „Sauba sog i“ beschlossen und sich damit zu einer spürbaren Reduzierung des Autoverkehrs verpflichtet. Ein Parkhaus am Tierpark hätte eine Magnetwirkung und würde noch mehr Autoverkehr anziehen – würde diesem Beschluss also zuwiderlaufen und die Schadstoffbelastung in der Münchner Luft weiter erhöhen.
  • Auch die für die Anwohner dringend nötige Entlastung der Verkehrssituation wäre durch ein Parkhaus nicht erreicht worden.

Wären unsere Warnungen früher ernstgenommen worden, hätte man Planungskosten in erheblichem Umfang sparen können. Wir werten es gleichwohl als politischen Erfolg unserer nicht nachlassenden Bemühungen, dass hier ein teures und unsinniges Großprojekt offenbar verhindert werden kann. Das ist auch deswegen gelungen, weil viele Akteure wie Naturschutzverbände und Verkehrsinitiativen an einem Strang gezogen haben.“

Katrin Habenschaden lobte gleichzeitig das Vorhaben, eine Express-Buslinie vom Hauptbahnhof zum Tierpark einzurichten: „Die neue Linie schafft für Besucher eine Alternative zur Anreise mit dem Kfz und bietet gleichzeitig Entlastungen für die gebeutelten Anwohner des Tierparks. Allerdings müssen weitere Maßnahmen folgen: Die Fahrradinfrastruktur zum und am Tierpark selbst muss verbessert werden. Das betrifft vor allem die Schaffung von ausreichenden und überdachten Abstellplätzen – groß genug auch für Anhänger. Und für Besucher, die mit der Bahn zum Tierpark anreisen, muss es endlich das von den Grünen schon lange geforderte Kombi-Ticket geben. Ein Ticket pro Familie für Anreisen, Tierparkbesuch und Heimfahrt – das wäre eine echte Alternative und würde die Ausflugsplanung immens erleichtern.“

 

 

 

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