Hans-Preißinger-Straße 8: Kreativquartier II mit Bestandsnutzern und Gasteig entwickeln statt Verdrängung gewachsener Strukturen

Antrag

Der Stadtrat stimmt dem Gelände Hans-Preißinger-Straße 8 (hp8) als Interimsstandort für einige Gasteig-Nutzungen nur unter folgenden Bedingungen zu:

1. Stadtwerke München, Landeshauptstadt München und Gasteig GmbH entwickeln in Zusammenarbeit mit den bisherigen Nutzern auf dem Gelände ein Konzept, in dem sich kulturelle, kreativwirtschaftliche und gewerbliche Bestandsnutzungen einerseits, Teile der Gasteig-Institutionen (insbesondere Philharmonie in einem temporären Holzbau auf der Freifläche sowie musikalische Nutzungen) andererseits gleichberechtigt ergänzen.
Mietern, die nicht auf eine Einbeziehung in dieses neue Konzept am Standort bestehen, werden Ersatzstandorte angeboten.

2. Die Landeshauptstadt München schreibt einen städtebaulichen Wettbewerb für eine langfristige Nutzung des Geländes mit einer Mischung von Wohnen, Kultur, Kreativwirtschaft und Gewerbe aus – und tritt mit den Stadtwerke München in Verhandlung mit dem Ziel, in der denkmalgeschützten Halle und ggf. weiteren Teilen des Geländes Kunst und Gewerbe eine dauerhafte Heimstatt zu geben (ggf. durch Belegungsrechte von Kulturreferat und Referat für Arbeit und Wirtschaft bzw. einen Erbbauvertrag oder einem Ankauf durch die Stadt).

 

Begründung:

Im Gelände HP8 ist etwas gewachsen, das die Stadt München an anderer Stelle mühsam und mit erheblichem Finanzaufwand anstrebt: der Nukleus eines Kreativquartiers. Hier findet sich eine bunte Mischung aus Kunst, Kreativwirtschaft, Handwerk und Gewerbe. Über 300 Menschen arbeiten und lernen hier. Schreinerei, Atelier, Schauspielschule, Architekturbüro, Grafik-Design-Büro, kulturelle Bildung u.v.m. finden sich hier Tür an Tür.

Statt diese gewachsene Mischung bis auf wenige Ausnahmen zu vertreiben und durch eine Interimsnutzung von über 90 Prozent des Gasteigs zu verdrängen, könnte hier ein spannendes und gleichberechtigtes Miteinander von großen öffentlichen Kulturinstitutionen einerseits, freier Szene, Kreativwirtschaft und Gewerbe andererseits entstehen. Wichtige Nutzungen des Gasteigs, wie insbesondere die Philharmonie, könnten hier Platz finden. Jedoch ist es nicht unerlässlich, dass alle Gasteignutzungen bzw. -institutionen in dieser Übergangszeit an diesem einen Ort Platz finden.

Ein solches Miteinander würde das Viertel kulturell bereichern und eine Grundlage schaffen für eine dauerhafte Nutzung im Miteinander von Wohnen, Kultur und Kleingewerbe. So könnte in zwei Phasen ein Kreativquartier II (analog dem geplanten Kreativquartier an der Dachauer Straße) entstehen.

Wir bitten, wie in der Geschäftsordnung des Stadtrates vorgesehen, um eine fristgemäße Bearbeitung unseres Antrages.

Fraktion Die Grünen-rosa liste

Initiative:
Dr. Florian Roth
Gülseren Demirel
Katrin Habenschaden
Dominik Krause
Paul Bickelbacher
Herbert Danner
Lydia Dietrich
Anna Hanusch
Jutta Koller
Sabine Krieger
Hep Monatzeder
Sabine Nallinger
Thomas Niederbühl
Oswald Utz

Mitglieder des Stadtrates

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