Hebammenversorgung in München nicht gesichert

P R E S S E M I T T E I L U N G
16. Mai 2013

Hebammenversorgung in München nicht gesichert

Die ohnehin schon schwierige wirtschaftliche Lage vieler freiberuflicher Hebammen in Bayern droht sich erneut zu verschlechtern: Das österreichische Versicherungsunternehmen, bei dem viele Hebammen wegen ungewöhnlich hoher Prämiensteigerungen in Deutschland (2010 stiegen die Prämien um 56 %) eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen haben, hat die Verträge gekündigt. Für viele Hebammen könnte sich nun die Frage stellen, wie lange sie ihre zwar wertvollen und stark nachgefragten, aber nicht sehr lukrativen Dienstleistungen noch anbieten können.

Stadträtin Lydia Dietrich befürchtet einen Einbruch beim Leistungsangebot von Hebammen in München und hat daher einen Bericht des Gesundheitsreferats über die Auswirkungen durch die Kündigung beantragt.

Lydia Dietrich: „Schon vor zwei Jahren hat der Stadtrat festgestellt, dass es Defizite bei der Versorgung mit Hebammenleistungen in München gibt. Neben den hohen Versicherungsprämien und der niedrigen finanziellen Bewertung ihrer Leistung durch die Krankenkassen machen die hohen unregelmäßigen Arbeitsbelastungen und häufigen Wochenendeinsätzen diesen Beruf immer mehr zu einer Sache für überzeugte Idealistinnen. Besonders in der Nachsorge haben wir mittlerweile eine klare Unterversorgung mit Hebammendienstleistungen. Die Situation der freiberuflichen Hebammen widerspricht dem Recht der Frauen auf freie Wahl der Geburtsstätte. Die Stadt muss alle Hebel in Bewegung setzen, im diesem Trend entgegenzutreten, denn Hebammen sind eine wertvolle und unverzichtbare Komponente unseres Gesundheitssystems.“

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