Das ist von gestern: Wickeltische nur in Damentoiletten

P R E S S E M I T T E I L U N G

Wieso gibt es Wickeltische oft nur in Damentoiletten? Für Sebastian Weisenburger, Anfang Dezember in den Stadtrat nachgerückt, zeigt sich in dieser in ganz Deutschland üblichen Praxis „eine Form längst überholter Geschlechterrollen“. „Gerade der Staat,“ so Weisenburger, der selbst Vater zweier noch kleiner Kinder ist, „müsste eigentlich mit gutem Beispiel vorangehen und eine für Mütter wie Väter leicht zugängliche Lösung anbieten, schließlich sind bei der Kinderbetreuung auch beide Elternteile in der Pflicht.“
Weisenburger hat daher beantragt, in allen öffentlichen Gebäuden unter der Hoheit der Stadt und ihrer Beteiligungsunternehmen Wickeltische nicht nur auf Damentoiletten, sondern auch auf Herrentoiletten oder an einem neutralen Ort zu installieren. Gleichzeitig soll der Oberbürgermeister beauftragt werden, in Gesprächen mit dem Freistaat und dem Hotel- und Gaststättenverband für analoge Regelungen in deren Gebäuden zu werben.
Sebastian Weisenburger: „Regelmäßig stehen Väter in öffentlichen Gebäuden oder gastronomischen Betrieben vor der Wahl, entweder einen für Frauen reservierten Bereich zu stören (Damentoilette) oder ihr Kind an einem möglicherweise schmutzigen oder ungeeigneten Ort zu wickeln. Andere Regionen der Welt sind hier längst weiter, wie z.B. die skandinavischen Länder oder die USA, wo es gängige Praxis ist, in jedem Toilettenraum einen Wickeltisch zur Verfügung zu stellen. Eine mögliche, aber in München auch zu wenig genutzte Alternative ist, Wickeltische in neutralen Räumen, wie beispielsweise dem Vorraum einer Toilette aufzustellen. Möglichen Platzproblemen kann durch die Installation von klappbaren, wandmontierbaren Wickeltische begegnet werden, die relativ preisgünstig verfügbar sind.“

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