Mittwoch, 26. September 2018

Jugendgewalt rechtzeitig verhindern

P R E S S E M I T T E I L U N G

Der Prozessbeginn anlässlich des Überfalls von Serkan A. und Spyridon L. auf den Rentner in der U-Bahnstation Arabellapark am 20. Dezember 2007 hat eine aktuelle Debatte über Strafmaßnahmen ausgelöst. Bundesweit – und auch in München – sind verschiedene Projekte wie „Anti-Aggressivitäts-Training (AAT)“ oder „Konfrontatives Soziales Training (KST“) installiert worden.
Die Stadtratsfraktion Die Grünen – rosa liste will früher ansetzen. Angesichts der steigenden Gewalttaten von Jugendlichen beantragen die Stadträte Siegfried Benker, Gülseren Demirel und Florian Roth eine detaillierte Bestandsaufnahme all der Maßnahmen und Projekte in der Stadt, die Kinder und Jugendliche erreichen wollen, bevor sie gewalttätig bzw. straffällig werden.
In Mittelpunkt sollen dabei stadtteilspezifische und kulturelle Projekte stehen, die den Jugendlichen Kreativität und Selbstwertgefühl vermitteln. Da der Anteil von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in der Kriminalitätsstatistik überproportional hoch ist, kommt auch ethnienspezifischen Ansätzen eine besondere Bedeutung zu.
Siegfried Benker: „Viele Eltern, besonders diejenigen, die aus ländlichen Regionen immigriert sind, fühlen sich traditionellen Erziehungsmethoden verpflichtet, die Gewaltausübung einschließen. Dies bringt besonders männliche Jugendliche oft in einen Konflikt zwischen Familie und deutscher Gesellschaft. Hinzu kommen häufig Bildungsprobleme, Arbeits- und Perspektivlosigkeit, die sich zu einem Mangel an Selbstwertgefühl summieren. Aufsuchende Elternarbeit und enge Zusammenarbeit mit den Migrantenorganisationen sind unerlässlich, um überhaupt Kontakt zu den Eltern und Jugendlichen zu finden.
Je früher Kindern und Jugendlichen Alternativen zu der gewaltfördernden Konstellation – Schulversagen, überforderte Eltern, Gewalterfahrung in der Familie, aggressive Verhaltensmuster im Freundeskreis, Arbeitslosigkeit und Armut – geboten werden, umso wirksamer kann Gewalt verhindert werden.”

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