Jungenarbeit als Bereich der Jugendarbeit in München aufbauen!

Antrag

Das Sozialreferat/Jugendamt wird aufgefordert, im Rahmen der Jugendhilfe neben der Mädchenarbeit entsprechend den Bereich gendersensibler Jungenarbeit aufzubauen. Auf Grund der bereits bestehenden engen Kooperationen zwischen Mädchen- und Jungenarbeit wird gemeinsam mit den Träger*innen der Mädchenarbeit IMMA e.V., amanda (VfpI e.V.), mira schule beruf e.V., ein Konzept zur Umsetzung und Ausstattung erarbeitet.
Schwerpunkt sollen zunächst die geschlechtsspezifischen Projekte an Schulen sein.
Die Jungenarbeit wird nicht auf Kosten der Mädchenarbeit, sondern als erforderlicher zusätzlicher Bereich im Jugendamt bzw. mit geeigneten Trägern aufgebaut. Es soll ein Interessensbekundungs- oder Ausschreibungsverfahren zur Anwendung kommen, um möglichst geeignete Anbieter/Träger*innen für die gendersensible Jungenarbeit auswählen zu können.

 

Begründung:
Die parteiliche Arbeit mit Mädchen ist in München gut etabliert und wird von den entsprechenden Träger*innen mit viel Engagement geleistet. Allerdings braucht es unbedingt bei Themen wie z.B. Umgang mit Konflikten, Gewaltprävention, Kommunikation, Identität und Sexualpädagogik auch die pädagogische Arbeit mit Jungen mit und ohne Behinderung. Diese Themen können zunächst nur in geschlechtshomogenen Gruppen bearbeitet werden, da sich sowohl die Schülerinnen als auch die Schüler nur „unter sich“ dazu öffnen und diese sensiblen Themen besprechen können. Hier bleibt die derzeitige Ausstattung der Jungenarbeit seit Jahren hinter dem Bedarf zurück. Schulen fragen verständlicherweise Angebote für Mädchen und Jungen zu Themen wie den oben genannten an. Projekte für Mädchen können nicht durchgeführt werden, weil es kein ausreichendes Pendant für die Jungen gibt.
Schwerpunkt sollen daher zunächst die geschlechtsspezifischen Projekte an Schulen sein, da hier aktuell ein hoher Bedarf und Wartelisten konstatiert werden, der auch mithilfe von männlichen Honorarkräften nicht gedeckt werden kann.  Nur das Arbeiten mit beiden Geschlechtern kann dazu führen, dass sich stereotype Geschlechterrollenbilder verändern und damit auch deren schädigende Auswirkungen präventiv verhindert werden können. Die Arbeit mit den Jungen ist wichtig, um das eigene Rollenverständnis in Kommunikation und Verhalten gegenüber Mädchen und Frauen zu hinterfragen mit dem Ziel der gegenseitigen Akzeptanz und des gegenseitigen Respekts.
Gewalt gegen Mädchen und Frauen entspringt aus einem respektlosen Verhalten, aus einer patriarchal  geprägten Haltung, die nicht selten mit Vorstellungen von Unterordnung und Minderwertigkeit von Mädchen verbunden ist. Die parteiliche Arbeit für Jungen ist daher von großer Bedeutung, damit sie mit ihren Bedürfnissen und Interessen, Konflikten, Problemen sowie eigenen Gewalterfahrungen ernst genommen werden.

Fraktion Die Grünen-rosa liste
Initiative:
Lydia Dietrich
Gülseren Demirel
Jutta Koller
Katrin Habenschaden
Anna Hanusch
Thomas Niederbühl

Mitglieder des Stadtrates

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