Keine massenhafte Tötung von Füchsen in München

Antrag

Die Stadt München nimmt Abstand von der Erlegung von 100 Füchsen auf öffentlichem Grund allein zum Zweck des Monitorings über den Befall mit dem Kleinen Fuchsbandwurm.
Das Monitoring wird entsprechend über einen längeren Zeitraum mit den ohnehin erlegten oder als Fallwild aufgefundenen Füchsen durchgeführt.

 

Begründung:

Der Kreisverwaltungsausschuss hat am 29. September beschlossen, ein Monitoring des Befalls der Münchner Füchse mit dem Kleinen Fuchsbandwurm durchzuführen. Der Beschluss wurde gegen den Vorschlag des Kreisverwaltungsreferenten gefasst, der den Nutzen in keinem vertretbaren Verhältnis zu den Kosten sah.
Von der Öffentlichkeit unbemerkt blieb allerdings der Hinweis des Referenten, dass die Stadt für dieses Monitoring „mindestens 100 Füchse extra auf eigene Kosten auf öffentlichem Grund erlegen lassen“ müsste. Für die Feststellung des Befalls müssen Darm und Leber untersucht werden, dies ist nur an getöteten Tieren möglich. Ein derartiges Vorgehen, so das KVR, sei auch durch das Tierschutzgesetz gedeckt.
Auch wenn man diese Rechtsauffassung nicht anzweifelt, ist die Tötung einer so großen Zahl von Füchsen unverhältnismäßig. Neben den extra entstehenden Kosten steht hier vor allem die Frage im Raum, ob die Stadt für die äußerst geringen Fallzahlen des Befalls von Menschen mit dem Kleinen Fuchsbandwurm (6 Fälle zwischen 2001 und 2013) zu einem so krassen und dem Gedanken des Tierschutzes in eklatanter Weise widersprechenden Mittel greift. Zur Verdeutlichung: Die Füchse werden entweder mit dem Gewehr erlegt (dies dürfte auf dem überwiegend dicht besiedelten Stadtgebiet die Ausnahme sein) oder in Lebendfallen gefangen und anschließend getötet.
München ist auch ein Lebensraum für Wildtiere. Sie und ihre Lebensräume zu schützen, ist Teil der städtischen Politik und unumstrittene Richtschnur für das Verwaltungshandeln. Die Tötung einer so großen Zahl von Säugetieren, des zurecht beliebten Fuchses, ist ein Vorgang, der mit dieser grundsätzlich tierfreundlichen Haltung nur schwer zu vereinbaren ist. Darüber hinaus sorgen Füchse auch im Stadtgebiet für die Eindämmung von Ratten, Mäusen und Kaninchen. Der Stadtrat sollte daher einen gesonderten Beschluss fassen.

 

Fraktion Die Grünen – rosa liste
Initiative:
Katrin Habenschaden

 

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