Keine Räumung der Wohnstätte obdachloser Menschen während der Kältewelle

(P R E S S E M I T T E I L U N G)

Im Laufe dieser Woche soll laut Berichterstattung die Wohnstätte obdachloser Menschen in der Unterführung unter der Kapuzinerstraße durch die Stadt München geräumt werden. Nicht nur die Betroffenen sehen diese Maßnahme kritisch, auch viele Anwohnerinnen und Anwohner haben starke Zweifel bekundet. Die Stadtratsfraktion DIE GRÜNEN / rosa liste verurteilt die derzeit stattfindenden Räumungen im allgemeinen, insbesondere aber ein solches Vorgehen während der derzeit anhaltenden Kältewelle.

 

Dominik Krause, stellvertretender Fraktionsvorsitzender: „In den nächsten Tagen werden in München eiskalte Temperaturen vorherrschen. Genau jetzt, ohne dass ein konkreter Anlass besteht, eine notdürftige Unterkunft von obdachlosen Menschen zu räumen, ist schäbig.

 

Aber auch allgemein muss die Große Koalition von ihrem Kurs der Räumungen jedweder Wohnstätten obdachloser Menschen in München ohne eine individuelle Beurteilung der Rahmensituation abrücken. Tut sie das nicht, finden sich die Betroffenen und die Stadt selbst in einem unwürdigen stadtweiten Katz-und-Maus-Spiel wieder. Das Motto aus den Augen aus dem Sinn greift hier nicht weit genug. Zum einen leben Menschen teilweise freiwillig in Obdachlosigkeit, zum anderen äußern viele Betroffene Kritik an den vorhandenen Unterbringungsstrukturen. Vor allem die mangelnde Privatsphäre und wenig Raum zur Selbstbestimmung sowie die begrenzte Aufenthaltsdauer über die Nacht führen oftmals zu einem bewussten Verzicht. Die Stadtverwaltung sollte so bald wie möglich ein Konzept vorlegen, das das Recht auf eine individuelle Selbstbestimmung von obdachlosen Menschen und die vielfach kommunizierten Kritikpunkte an den bestehenden Einrichtungen ausreichend berücksichtigt.“

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