Kleinvieh macht viel Mist: Mikroplastik in der Isar durch Reifenabrieb? – nachgefragt

Anfrage

Die Antwort vom 19.10.2018 auf die Stadtratsanfrage „Kleinvieh macht viel Mist: Mikroplastik in der Isar durch Reifenabrieb?“ (14-20 / F 01282) war in manchen Punkten unkonkret. Zwischen Fragestellung und Antwort ist auch eine Studie des Fraunhofer Instituts veröffentlicht worden, nach welcher die jährliche Menge an Mikroplastik in Form von Reifenabrieb pro Kopf ca. 1,2 Kilogramm beträgt. Demnach entstehen in München jährlich mehr als 2.000 Tonnen Reifenabrieb, die mehr oder weniger gefiltert in die Umwelt gelangen. Laut einer aktuellen Studie der Weltnaturschutzunion (IUCN) ist der Abrieb ein wesentlicher Faktor für Mikroplastikpartikel in den Meeren und erzeugt mehr als ein Viertel des Mikroplastikmülls in den Ozeanen. Die Plastikkonzentration in der Isar verzehnfacht sich von der Messstelle Baierbrunn vor München bis zur Messstelle Moosburg auf auf 87,9 Partikel/m3.
Eine der Ursachen für diesen massiven Anstieg der Konzentration dürfte beim Straßenverkehr zu suchen sein. So gibt es im Stadtgebiet 23 Regenauslässe, die bei starken Regenfällen das Kanalnetz direkt zur Isar entlasten. Von den Münchner Isarbrücken – stark befahrene Verkehrsadern – gelangt der Reifenabrieb sogar direkt in die Isar, da das Abwasser von den Brücken nicht wie üblich über die Kanalisation in die städtischen Klärwerke geleitet wird, sondern oftmals direkt und ungefiltert in die Isar abfließt und dort die Wasserqualität beeinträchtigt.
In der Antwort vom 19.10.2018 wird ausgeführt, dass davon auszugehen ist, dass in den Kläranlagen ein wesentlicher Anteil des Mikroplastiks aus dem Abwasser gefiltert werden kann. Gerade deshalb sollte auch möglichst wenig Abwasser von den Brücken ungefiltert in die Isar gelangen.

Deshalb fragen wir:

  1. Bei welchen Isar-Brücken im Stadtgebiet wird das Abwasser direkt in die Isar oder ihre Nebenarme geleitet?
  2. Wurde bei den betroffenen Brücken bereits geprüft, ob und wie eine direkte Einleitung von Schmutzwasser in die Isar verhindert werden kann?
  3. Durch Reinigungsmaßnahmen vor einem Regen kann der Eintrag von Reifenabrieb in Schmutzwasser deutlich gemindert werden. Werden Brücken, bei denen eine direkte Einleitung von Schmutzwasser in die Isar bautechnisch nicht verhindert werden kann, öfters und gezielt gereinigt?

Initiative:

Hep Monatzeder
Paul Bickelbacher
Anna Hanusch
Sabine Nallinger
Herbert Danner
Sabine Krieger
Dominik Krause
Mitglieder des Stadtrates

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