Die LH München macht sich auf den Weg der Gemeinwohl-Ökonomie – ein Hearing zum Thema, um Wissen und Erfahrungen auszutauschen

Antrag

Die LH München veranstaltet bis Mitte 2019 ein Hearing zum Thema Gemeinwohl-Ökonomie. Dabei werden das Konzept und die Instrumente vermittelt, aber vor allem der Schwerpunkt auf die Erfahrungen von Kommunen und Unternehmen gelegt, die schon den Prozess der Gemeinwohl-Bilanzierung gestartet haben. Evtl. erste Erfahrungen eines städtischen Münchner Eigenbetriebs können hier ebenfalls dargestellt werden. Der Verein Gemeinwohl-Ökonomie Bayern e.V. ist bei der Planung der Veranstaltung mit einzubeziehen.
Begründung:

Als Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) wird ein Wirtschaftssystem bezeichnet, welches Gemeinwohl-fördernde Ziele verfolgt. Im Mittelpunkt stehen dabei Menschenwürde, Solidarität und Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit, Transparenz des wirtschaftlichen Handelns und demokratische Mitbestimmung.
Der Gedanke des Gemeinwohls findet sich in der bayerischen Verfassung wieder. Im Art.151 der Bayerischen Verfassung heißt es „Die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit dient dem Gemeinwohl…“ Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung ergab, dass sich 88 % der deutschen Bevölkerung eine nachhaltigere und sozialverträglichere Wirtschaftsform wünschen würden.1 Das spiegelt sich auch in der wachsenden Bewegung der Gemeinwohl-Ökonomie wieder. So ist die Gemeinwohl-Ökonomie zugleich eine Idee und eine Bewegung. Sie sucht „in einem demokratischen, partizipativen und ergebnisoffenen Prozess ein Wirtschaftssystem zu etablieren, in dem das Gemeinwohl an oberster Stelle steht.“
Kern der GWÖ ist die Gemeinwohl-Bilanz. Sie ist das konkrete, umsetzbare Instrument der GWÖ für Unternehmen aller Größen und Rechtsformen, die unternehmerischen Erfolg in einer neuen Bedeutung misst. Bei ihr werden nicht nur die klassischen Finanzen gemessen, sondern gleichberechtigt die schon genannten Werte Menschenwürde, Solidarität und Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit, Transparenz des wirtschaftlichen Handelns und demokratische Mitbestimmung.
Immer mehr Städte und Gemeinden (z.B. Stuttgart) wenden die Gemeinwohl-Bilanzierung an. In München haben verschiedene Betriebe wie z.B. die Münchner Aidshilfe oder die Sparda-Bank den Prozess der Gemeinwohl-Bilanzierung gestartet.
Die LH München hat sich schon in der Vergangenheit immer wieder Standards verpflichtet, die über den rein monetären Aspekt hinausgehen, z.B. der Beschluss zum nachhaltigen Beschaffungswesen, der ökologische Kriterienkatalog, etc.. Die Gemeinwohl-Ökonomie gibt der LH München nun mit dem Instrument der Gemeinwohl-Bilanzierung eine sehr gute Chance diesen Weg weiterzugehen. Das Hearing vermittelt das Wissen und die Erfahrungen dazu.

Wir bitten, wie in der Geschäftsordnung des Stadtrates vorgesehen, um eine fristgemäße Bearbeitung unseres Antrages.

 

Fraktion Die Grünen – rosa liste
Initiative:
Katrin Habenschaden
Sabine Krieger
Hep Monatzeder
Anja Berger
Sabine Nallinger
Mitglieder des Stadtrates

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