Mehr Kinder aus bildungsfernen Schichten in die Kindertageseinrichtungen!

Antrag

Die Verwaltung (Schulreferat und Sozialreferat) wird beauftragt, ein Konzept zu erarbeiten, um den Zugang von Kindern mit besonderem Förderbedarf (im Sinne kompensatorischer Bildung) zu den Kindertageseinrichtungen zu verbessern. Dies betrifft insbesondere Kinder aus bildungsfernen Schichten und Kinder mit Migrationshintergrund, für die gerade die sprachliche Förderung von entscheidender Bedeutung ist. Zur Erreichung dieses Ziels soll u.a. geprüft werden, ob die Satzungen der Einrichtungen hinsichtlich der Aufnahmekriterien (Grundsätze der Platzvergabe) zu überarbeiten sind.

Begründung:
Kinder mit Migrationshintergrund und Kinder aus bildungsfernen Schichten sind insbesondere in den frühkindlichen Betreuungseinrichtungen unterrepräsentiert. Nach Umfragen stammt die große Mehrheit der Kinder in Krippen aus Akademikerfamilien (81,3 % der Mütter haben Abitur bzw. Fachabitur). Kinder mit Migrationshintergrund sind in allen Altersgruppen von 0-6, jedoch am meisten im frühkindlichen Bereich, unterrepräsentiert – dies zeigt etwa der der Elementarbildung gewidmete dritte Teil des Ersten Münchner Bildungsberichts eindrücklich. Es ist unumstritten, dass gerade diese Gruppen eine kompensatorische Förderung benötigen, damit sie eine Chance zur gleichberechtigten Teilhabe in allen Lebensbereichen erhalten und insbesondere ihr Bildungszugang gewährleistet wird. Nach dem Münchner Bildungsbericht sind z.B. über 60% der Kinder mit Migrationshintergrund beim Einschulungsverfahren noch nicht schulreif. Bisher ist aber ein Förderbedarf insbesondere im Sinne der kompensatorischen Bildung nicht einmal als nachrangiges Kriterium bei der Aufnahme in den Satzungen der Kindertagesstätten und Krippen verankert. Aus all diesen Gründen ist es dringend nötig, Maßnahmen zu überlegen, wie – u.a. durch Überarbeitung der entsprechenden Satzungen – der Zugang für Kinder mit besonderem Förderbedarf zu den Einrichtungen verbessert werden kann.

Fraktion Die Grünen – rosa liste
Initiative:
Dr. Florian Roth
Stadtrat

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