Mehr Qualität in Kindertagesstätten VI – Pädagogen, Kinder und Eltern bei Gestaltung der Räumlichkeiten und der Außenanlagen einbeziehen

Antrag

Das Referat für Bildung und Sport und das Baureferat erarbeiten ein Konzept, welches eine Miteinbeziehung von Kindern und Eltern bei der Gestaltung von Räumlichkeiten und Außenanlagen von Kindertagesstätten vorsieht.

Begründung:
Der Ausbau der Kindertagesbetreuung in München schreitet stetig voran. In der Landeshauptstadt werden Jahr für Jahr viele neue Plätze in Krippen, Kindergärten, Horten u.Ä. geschaffen. Gleichzeitig gibt es Bemühungen, den Anstellungsschlüssel (Relation von pädagogischen Personal zu betreuenden Kindern) stetig zu verbessern und dadurch die pädagogische Qualität zu erhalten bzw. zu erhöhen. Zudem gibt es – im Zuge der Gerechtigkeitsdebatte – politische Diskussionen, alle Kindertagesstätten komplett beitragsfrei zu stellen um somit Familien zu entlasten.
Da diese Ziele nur schwer miteinander zu verbinden sein dürften, sollte der Fokus auf die Lösung der dringendsten Probleme, nämlich die Personalgewinnung und die Qualitätssicherung bzw. Qualitätssteigerung gelegt werden.
Die Räumlichkeiten und Außenanlagen von Kindertagesstätten wirken – wenn sie gut gestaltet sind – als zusätzlicher Pädagoge. Ansprechende Flächen animieren und inspirieren Kinder. Sie vereinfachen und ermöglichen pädagogische Arbeit und sind im besten Fall auch noch optisch schön und ästhetisch. Oftmals werden Räumlichkeiten und Außenanlagen von Kindertagesstätten erstellt, ohne die zukünftigen Nutzer, also Pädagogen, Kinder und Eltern bei der Gestaltung miteinzubeziehen. Dadurch ergeben sich dann oftmals Konflikte wenn Flächen zwar architektonisch ansprechend jedoch in der Praxis einfach schlecht nutzbar sind. Wenn z.B. eine KiTa gerne ein Kräuterschnecke im Garten hätte, jedoch stattdessen eine versiegelte Fläche vorfindet oder ein Hort unnutzbare Blumentröge auf dem Dach bekommt, dann fragen sich alle Beteiligten wieso sie hier nicht eingebunden wurden. Bereits Kindergartenkinder haben wunderbare Ideen wie ihre Räume aussehen, welche Farben gewählt und welche Formen modelliert werden sollten. Sie wissen oft genau welche Ecke des Gartens eine Aufwertung erfordert und welche Spielgeräte am liebsten genutzt werden. Auch Pädagogen und Eltern, welche die Einrichtungen jeden Tag benutzen, können hier viel Expertise beitragen und dazu helfen, dass Fehlplanungen – welche für alle am Ende frustrierend sind – vermieden werden. Durch das Einbeziehen von allen Beteiligten entsteht zudem eine Kultur der Verantwortung und Wertschätzung: Die Menschen dürfen die Orten, an denen sie so viel Zeit verbringen, mitgestalten. Dadurch wird die Zufriedenheit aller gesteigert und die Qualität der Einrichtung erhöht.
Wir bitten, wie in der Geschäftsordnung des Stadtrates vorgesehen, um eine fristgemäße Bearbeitung unseres Antrages.

 

Fraktion Die Grünen-rosa liste
Initiative:
Jutta Koller
Sabine Krieger
Oswald Utz

Mitglieder des Stadtrates

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