Mehr Schutz für Bäume IV: Studien zum Mehrwert von Bäumen – für Gesundheit, Wohlbefinden und Geldbeutel

Antrag

Die Verwaltung wird aufgefordert, dem Stadtrat vor der Sommerpause 2019

– die Studie aus New York : „MUNICIPAL FOREST RESOURCE ANALYSIS“ über den monetären Gewinn von Stadtbäumen und

– die Studie aus Toronto: „Neighborhood greenspace and health in a large urban center“ über die Wirkung von Bäumen auf Gesundheit und Wohlbefinden vorzustellen;

– eine eigene Untersuchung zum Mehrwert (finanziell und gesundheitlich) von Grün und Bäumen in München in Auftrag zu geben.

 

Begründung:
Die Grünen – rosa liste haben den obenstehenden Antrag nahezu wortgleich bereits am 15.03.2016 gestellt. Er wurde in der Vorlage „Maßnahmenkonzept – Anpassung an den Klimawandel in der Landeshauptstadt München“ auf S. 34 kurz behandelt. Dort heißt es „Die o.a. Studien werden in einer eigenen Beschlussvorlage vorgestellt und ein Entscheidungsweg unterbreitet, ob eine eigene Studie erforderlich ist. Der Antrag bleibt insofern aufgegriffen“. Diese Vorlage wurde im Dezember 2016 beschlossen. Mittlerweile sind über 2 Jahre vergangen ohne dass etwas im Sinne des Antrags geschehen wäre. Deshalb wird der Antrag erneut gestellt. Der Blick für die Bedeutung der Bäume muss JETZT geschärft werden. Die Studien erhalten interessante Informationen:
In der kanadischen Stadt Toronto haben Forscher die Straßenbäume pro Häuserblock ermittelt und gleichzeitig Daten zu gut 30.000 Bewohnern der Straßen erhoben. Dazu gehörte neben Einkommen, Alter und Gesundheitsdaten auch das subjektiv empfundene Gesundheitsgefühl. Denn diese Selbstwahrnehmung ist laut Studien ein guter Anzeiger für den tatsächlichen körperlichen und psychischen Zustand.
Die Auswertung ergab einen überraschend deutlichen Effekt: Die Menschen, die in Gebieten mit mehr Straßenbäumen lebten, fühlten sich im Schnitt gesünder und litten auch tatsächlich weniger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Bluthochdruck, wie die Forscher berichten. Dieser lineare Zusammenhang bestand auch dann noch, wenn Einkommensunterschiede, Alter und andere mögliche Einflussfaktoren berücksichtigt wurden.
Der positive Einfluss der Straßenbäume ließ sich sogar quantifizieren: Schon zehn Bäume mehr steigern das gesundheitliche Wohlbefinden der Bewohner ähnlich stark, als wenn man das Einkommen dieser Haushalte um gut 7.000 Euro pro Jahr erhöhen würde oder als wenn sie sieben Jahre jünger wären, so Kardan und seine Kollegen. Bei den Herz-Kreislauf-Erkrankungen reichten elf zusätzliche Bäume, um die Gefäße der Bewohner um 1,4 Jahre zu verjüngen.
Die Forscher vermuten, dass zum einen die Verbesserung der Luftqualität eine wichtige Rolle spielen könnte, denn gerade von Feinstaub und anderen Luftschadstoffen ist bekannt, dass sie auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen fördern können. Zusätzlich könnten die Bäume aber auch zum Stressabbau beitragen und mehr dazu motivieren, sich zu Fuß im Viertel zu bewegen – auch dies fördert die Gesundheit.
In der New Yorker Studie wurden dagegen die monetären Gewinne von Bäumen in der Stadt ermittelt. So beläuft sich der monetäre Gewinn der mehr als 500 000 Straßenbäume auf jährlich 122 Millionen US-Dollar (etwa 209 US-Dollar pro Baum), da sie allein durch ihre Existenz dabei helfen, die Umweltverschmutzung zu verringern und Stromkosten für Klimaanlagen zu senken. Für jeden in die Bäume investierten Dollar erhält die Stadtverwaltung von New York zurzeit 5,60 US-Dollar Rendite.
Für München haben diese beiden Studien1 deshalb eine so hohe Bedeutung, weil die Stadt immer dichter wird. Für die Gesundheit, aber auch für die Stadtkasse spielt der Erhalt von alten Bäumen, der Schutz von Grün- und Naturflächen und die Begrünung kleinster Flächen eine herausragende Rolle. Das sollte endlich erkannt werden und mehr bei allen Planungen in der Stadt berücksichtigt werden.

Wir bitten, wie in der Geschäftsordnung des Stadtrates vorgesehen, um eine fristgemäße Bearbeitung unseres Antrages.

Fraktion Die Grünen-rosa liste
Initiative:
Herbert Danner, Sabine Krieger, Dominik Krause, Katrin Habenschaden, Paul Bickelbacher, Anna Hanusch, Sebastian Weisenburger, Angelika Pilz-Strasser.

Mitglieder des Stadtrates

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