Mit dem Fahrrad in die Zukunft – Das Grüne Radverkehrsprogramm für München II: Zehn komfortable Radverkehrsachsen bis 2025

Antrag

1. Die Stadtverwaltung setzt bis zum Jahr 2025 zehn komfortable Radverkehrsachsen überwiegend entlang von bedeutenden Straßen um, die stark vom Radverkehr genutzt werden.

2. Diese werden möglichst weitgehend und durchgängig in einer Breite von mindestens 2,5m im Einrichtungsverkehr errichtet, da diese Breite ein sicheres Überholen von Lastenrädern und Fahrrädern mit Anhängern ermöglicht. Die Wege abseits von Straßen werden im Zweirichtungsverkehr mit einer Breite von 3-4 m erstellt.

3. Je nach gegebenen Bestand, Kfz-Verkehrsmenge und gegebenen Breiten werden die Strecken als Radweg, Radstreifen oder geschützter Radstreifen (Protected Bike Lane) hergestellt.

4. Bei diesen Strecken wird möglichst eine Grüne Welle für den Radverkehr realisiert.

5. Als bis 2025 zu realisierende Strecken werden vorgeschlagen

- Leopold-/Ludwigstraße, Englschalkinger-/Bülow-/Mongelasstraße, Rosenheimer/Zwei-brückenstraße, Ständlerstraße/Stadelheimer Straße, Verbesserung der Isarradwege (u.a. im Bereich Zeppelinstraße, Müller‘sches Volksbad und Steinsdorf-/ Widenmayerstraße mit Unterführung unter der Maximiliansbrücke), Radroute entlang des DB-Südrings (Theresienhöhe bis Braunauer Eisenbahnbrücke), Höglwörter Straße/Partnachplatz/ Lindwurmstraße, Guardini/Ehrwalder/Treffauerstraße, Brienner-/Nymphenburger Straße und Dachauer Straße.

6. Der Radverkehrsbeauftragte verfasst jedes Jahr im Frühjahr einen tabellarischen Statusbericht zur Umsetzung der Maßnahmen.

 

Begründung:
Das Bevölkerungswachstum in München ist nur mit einer Verkehrswende hin zu mehr Fuß-, Rad- und Öffentlichem Verkehr zu bewältigen und nur so kann ein wirkungsvoller Beitrag zum Klimaschutz erfolgen. Darauf zielt auch das vom Stadtrat per Beschluss übernommene Bürgerbegehren für Saubere Luft ab. Der Fußverkehr ist allerdings in seiner Reichweite begrenzt und der ÖPNV ist derzeit überlastet und kann nicht schnell genug ausgebaut werden. Deswegen können die aktuellen Probleme v.a. mit mehr Radverkehr gelöst werden, bei dem ein Anteil am Modal Split von 25 % bis 2015 erreicht werden sollte. Dies kann gelingen, weil viele Bürgerinnen und Bürger schon jetzt gerne das Rad nutzen und weitere mit besseren Radstrecken gewonnen werden können. Die Schulbauoffensive zeigt was möglich ist, wenn von Verwaltung und Politik ein Ziel ernst genommen wird. Dies sollte auch für dieses Radverkehrsprogramm gelten.
Viele bedeutende Radverbindungen in München werden nicht den Standard von Radschnell-wegen erreichen können. Stark nachgefragte Strecken oder Strecken mit hohem Potenzial, sei es entlang von Hauptverkehrsstraßen oder abseits von Straßen selbständig geführt, können aber dennoch deutlich attraktiver ausgebaut werden. Dies sollte zum einem in einem Zug als durchgängige Verbindung erfolgen, zum anderen sollte ihre Breite es erlauben, mehr Radverkehr, schnelleren Radverkehr und vor allem unterschiedlich schnellen Radverkehr abzuwickeln, der auch das Überholen von Lastenrädern und Fahrrädern mit Anhängern ermöglicht.
Ein ebenso zentraler Aspekt ist die sichere Führung des Radverkehrs im Straßenraum. Zu schmale Radwege mit hohem Radverkehrsaufkommen sind nicht nur unkomfortabel sondern auch gefährlich. Viele schmale Bordsteinradwege sind das Erbe aus einer Zeit der Radverkehrsförderung, als weniger geradelt und deutlich langsamer gefahren wurde. Die Münchner Polizei hat explizit die Radwege in er Leopold-/Ludwigsstraße als erhebliches Sicherheitsrisiko bezeichnet.
Weitgehend unabhängig vom Straßenraum geführte Strecken sind für den Radverkehr besonders attraktiv, weil hier sowohl die Ampelhalte wegfallen als auch die Lärm – und Abgasemissionen des Kfz-Verkehrs. Die geforderte Route entlang des DB-Südrings ist angesichts des Baus der Berufsschule für ErzieherInnen und Kinderpflege mit Kulturzentrum und des Baus des Volkstheaters zeitlich dringlich.

Wir bitten, wie in der Geschäftsordnung des Stadtrates vorgesehen, um eine fristgemäße Bearbeitung unseres Antrages.

 

Fraktion Die Grünen-rosa liste
Initiative:
Paul Bickelbacher
Gülseren Demirel
Herbert Danner
Anna Hanusch
Sabine Nallinger

Mitglieder des Stadtrates

Print Friendly

Nach oben scrollen