Mittwoch, 26. September 2018

Mobbing an Münchner Schulen gemeinsam wirksam vorbeugen und bekämpfen!

Antrag

Das Stadtjugendamt baut die bestehenden Angebote zur Gewaltprävention in München zu einer umfassenden Anti-Mobbing-Strategie unter der Federführung der Jugendhilfeträger aus. Dies geschieht von Anfang an zusammen mit Jugendhilfeträgern, insbesondere mit dem Arbeitskreis Gewaltprävention, mit Hochschulen als auch mit den Schulen und deren Schüler*innen und Lehrer*innen, der Schulsozialarbeit und dem schulpsychologischen Dienst (RBS). Diese sollen gemeinsam eine einheitliche, verbindliche Vorgehensweise und explizite Maßnahmen für alle Münchner Schulen festlegen bzw. bereithalten. Dazu wird zunächst ein runder Tisch mit allen o.g. Akteur*innen einberufen mit dem Ziel, die bestehenden Konzepte und Angebote zu vernetzen und weiterzuentwickeln. Das bestehende Interventions- und Beratungsangebot der freien Träger (AK Gewaltprävention) wird im Sinne der zu entwickelnden Strategie aufgestockt und entsprechend finanziell ausgestattet.

 

Begründung:

Das Hearing zum Thema „Mobbing an Schulen“ am 06.04.2017 hat deutlich gemacht, wie sehr Mobbing den Schulalltag viele Schüler*innen bestimmt und wie sehr Betroffene an den daraus resultierenden psychischen und physischen Folgen auch später noch leiden. Mobbing erhöht beispielsweise das Risiko von psychischen Belastungen und Störungen schon in jungen Jahren bis hin ins Erwachsenenalter. Zu den häufigsten psychischen Störungen gehören Angststörungen, Depressionen und Suizidalität sowie Psychosen. Durch Mobbing an Schulen ist auch die schulische Entwicklung von betroffenen Schüler*innen gefährdet, da diese als Konsequenz häufig den Schulbesuch vermeiden oder ganz abbrechen (vgl. Präsentationen des Hearings „Mobbing an Schulen“). Laut der aktuellsten PISA-Studie der OECD wird jede/r sechste 15-jährige Schüler*in in Deutschland regelmäßig Opfer von Mobbingangriffen. Das wären 26.536 Schüler*innen alleine an Münchner Schulen1. Deshalb besteht hier nach wie vor dringender Handlungsbedarf.

Wir fordern daher das Jugendamt auf, in einem ersten Schritt einen runden Tisch einzuberufen mit den freien Trägern des Arbeitskreises Gewaltprävention, Vertreter*innen der Münchner Schulen, Schüler*innen, Lehrer*innen, Schulsozialarbeit und dem schulpsychologischen Dienst mit dem Ziel, die bereits bestehenden Konzepte zu vernetzen und weiterzuentwicklen. Hierbei soll eine münchenweit gültige Strategie entwickelt werden, um gegen Mobbing an allen – also auch an den staatlichen und privaten – Münchner Schulen präventiv wie nachhaltig vorzugehen. Es soll eine verbindliche Anti-Mobbing-Strategie entstehen, mit konkreten Vorgehensweisen sowohl in Sachen Prävention und Akutintervention als auch bei der nachhaltige Sicherung des erarbeiteten positiven Schulklimas. Gleichzeitig soll diese Strategie den Schulen einen gewissen Spielraum bieten, um auf die jeweils individuellen Bedürfnisse zum Thema Mobbing eingehen zu können.

In München bieten insgesamt 13 vom Sozialreferat/Stadtjugendamt geförderte Einrichtungen Gewaltprävention an Schulen an. Das Spektrum der Angebote reicht von Fortbildungen für Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter*innen über Elternvorträge, mehrtägige bzw. längerfristige Programme mit Schulklassen, Konfliktmoderatorinnen bzw. Mediation bis hin zu Einzelberatungen für Schüler*innen, Eltern und Lehrkräfte. Die Fachkräfte kommen als externe Anbieter an die Schulen und können so mit ihrem professionellen „Blick von Außen“ an die Thematik herantreten. Dabei liegt der Fokus nie auf einzelnen Akteur*innen sondern vielmehr auf dem Entwicklungsprozess der gesamten Klasse. Hierbei finden auch die Querschnittsthemen wie kultursensible und geschlechtsspezifische Aspekte sowie die sexuelle Identität und Orientierung Berücksichtigung. Die Angebote dieser in der Gewaltprävention an Schulen aktiven Träger greifen ergänzend ineinander und die Träger sind gut miteinander vernetzt. Die praktische Erfahrung und das Know-how dieser Einrichtungen muüssen unbedingt genutzt und die Projekte finanziell ausgebaut werden, um in München eine umfassende und nachhaltige Anti-Mobbing-Struktur zu etablieren.

Wir bitten, wie in der Geschäftsordnung des Stadtrates vorgesehen, um eine fristgemäße Bearbeitung unseres Antrages.

Fraktion Die Grünen-rosa liste

Initiative:
Gülseren Demirel
Katrin Habenschaden
Jutta Koller
Sabine Krieger
Oswald Utz

Mitglieder des Stadtrates

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