Mobile Beratung für junge Geflüchtete einrichten

Antrag

Das Sozialreferat wird beauftragt, eine mobile Beratung für junge Geflüchtete in München zu etablieren. Diese soll als Projekt ausgeschrieben und an freie Träger vergeben werden. Zielgruppe der mobilen Beratung sollen junge Geflüchtete sein: sowohl junge Volljährige in Gemeinschaftsunterkünften wie auch geflüchtete Minderjährige, die in Begleitung in München leben. Diese Beratung soll so ausgeschrieben werden, dass Träger die darin tätigen Mitarbeitenden flexibel für verschiedene Zielgruppen im Bereich der jungen Geflüchteten einsetzen können, etwa auch im Bereich unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (umF), sollten plötzlich wieder mehr umF nach München kommen. Somit soll die Hilfe für junge Geflüchtete in München adäquat aufgestellt sein, um auf sich schnell verändernde politische Lagen kompetent und ressourcen-effizient reagieren zu können.
Begründung:
Bei der Versorgung und Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge (umF) ist die Stadt München sehr gut aufgestellt. Dagegen sind die Personengruppen der jungen volljährigen Geflüchteten sowie der begleiteten minderjährigen Geflüchteten bislang massiv unterversorgt. Gerade diese beiden Gruppen brauchen jedoch dringend ein engmaschiges sozialpädagogisches Angebot. Gerade junge Volljährige haben in den Gemeinschaftsunterkünften oft nichts weiter zu tun, als zu warten – auf einen Sprachkursplatz, auf die Rückmeldung der Ausländerbehörde. Sie haben keinerlei Angebote an Tagesstruktur noch Anschluss an die Gesellschaft – von den Angeboten der hoch engagierten Ehrenamtlichen abgesehen, die aber bei weitem nicht ausreichen. Ähnlich dringend ist die Lage der begleiteten jungen Geflüchteten. Bei vielen sind die „Begleitenden“ selbst gerade erst volljährige Geschwister oder Cousins/Cousinen, die jeweils selbst Orientierungsbedarf haben und nicht auch noch die alleinige Verantwortung für das ihnen anvertraute Kind übernehmen sollten. Gleiches gilt im Übrigen auch für viele Eltern, die aufgrund von Traumata oder eigenen Integrationsanstrengungen auf sozialpädagogische Unterstützung angewiesen sind, um ihren Kindern einen strukturierten Tagesablauf, Integrations- und Beschäftigungsangebote sowie das Gefühl von Sicherheit vermitteln zu können.
Bis vor Kurzem war der Bedarf im Bereich der umF sehr hoch. Derzeit ist die Lage in München durch die entsprechenden europäischen Abkommen deutlich ruhiger und die dadurch freigewordenen Kapazitäten können dafür genutzt werden, um die beiden o.g. Gruppen zu versorgen.
Dies soll in Form einer flexibel einsetzbaren mobilen Beratung geschehen. Den Trägern, die im Bereich junge Geflüchtete tätig sind, wird somit der dringend nötige Spielraum eingeräumt, um weiterhin schnell und unkompliziert auf sich rasch verändernde politische Lagen reagieren zu können. Für den Fall, dass wieder mehr unbegleitete minderjährige Geflüchtete nach Deutschland kommen (und dies wird sicherlich über kurz oder lang der Fall sein), ist München dann außerdem hervorragend aufgestellt und kann sofort adäquat und ressourcen-effizient reagieren. Eine solche mobile Beratung verhindert, dass die Stadt München sowie die mit ihr kooperierenden Träger ständig das System hoch- und wieder herunterfahren müssen, und es verhilft den Trägern zu dringend notwendiger Planungssicherheit.

Wir bitten, wie in der Geschäftsordnung des Stadtrates vorgesehen, um eine fristgemäße Bearbeitung unseres Antrages.

 

Fraktion Die Grünen – rosa liste
Initiative:
Gülseren Demirel
Jutta Koller
Oswald Utz
Katrin Habenschaden
Dominik Krause

Mitglieder des Stadtrates

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