Modellversuch für ein starkes soziales Jahr statt geschwächtem Zivildienst

Antrag

Zivildienst auf 6 Monate reduziert:
Modellversuch für ein starkes soziales Jahr statt geschwächtem Zivildienst

Die Landeshauptstadt München eruiert, ob in Zusammenarbeit mit Bund, Freistaat und Verbänden ein Modellprojekt möglich ist, das den freiwilligen sozialen bzw. ökologischen Dienst in München auf langfristig stabile Beine stellt. Dabei soll ein Modell erarbeitet werden, wie München zusammen mit Verbänden die Kapazitäten, die bisher der Zivildienst erbracht hat, umschichten kann hin zum freiwilligen sozialen oder ökologischen Jahr bzw. dieses freiwillige Jahr ausbauen und bei der entsprechenden Zielgruppe stärker bewerben kann. Ziel soll sein, das freiwillige soziale bzw. ökologische Jahr zukunftsfest zu etablieren.

Begründung:

Die neue schwarz-gelbe Bundesregierung hat beschlossen, den Zivildienst auf nunmehr sechs Monate zu reduzieren. Somit fallen im sozialen Bereich dringend benötigte Kapazitäten weg, die von freien Trägern, Wohlfahrtsverbänden und Rettungsorganisationen sowie von den Kommunen kostenintensiv ersetzt werden müssen. Eine sinnvolle Alternative zum Zivildienst stellen hier das freiwillige soziale Jahr (FSJ) oder das freiwilllige ökologische Jahr (FÖJ) dar, die jungen Menschen im Alter von 16 bis 27 Jahren die Möglichkeit bieten, sich beruflich zu orientieren, soziale oder ökologische Berufsfelder kennenzulernen, ihre persönliche Eignung und Neigung für die entsprechenden Berufe zu überprüfen und sich in der Gemeinschaft und für die Gesellschaft zu engagieren. Die Freiwilligendienstleistenden werden dafür mit einem Taschengeld, Unterkunft, Verpflegung und Versicherung versorgt.
Wir sind überzeugt, dass junge Menschen enorm von dem freiwilligen Jahr profitieren. Vor dem Hintergrund der wegfallenden Kapazitäten, die bisher von Zivildienstleistenden erbracht wurden, setzen wir uns daher für einen Modellversuch ein, FSJ und FÖJ zu stärken und sowohl strukturell in der Stadtgesellschaft zu verankern als auch stärker bei der entsprechenden Zielgruppe zu bewerben.

Bündnis ’90/Die Grünen – rosa liste
Initiative:
Siegfried Benker, Fraktionsvorsitzender

Print Friendly

Nach oben scrollen