München führt jährlichen Gedenktag für die von den Nazis deportierten und ermordeten Sinti und Roma ein

P R E S S E M I T T E I L U N G

Die Stadt wird zukünftig jedes Jahr am 13. März an die Deportation der Sinti und Roma aus München im Jahre 1943 erinnern. Das beschloss der Kulturausschuss heute einstimmig auf Antrag der Fraktion Die Grünen – rosa liste. Fraktionschef Dr. Florian Roth begrüßte den Beschluss als „wichtige Ergänzung der Erinnerungskultur in München“, in der der Völkermord an den Sinti und Roma bisher nicht ausreichend präsent gewesen sei. Bereits in diesem Jahr wurde zum 75. Jahrestag der Deportation eine Veranstaltungsreihe durchgeführt, in der auch Zeitzeugen ihre Erlebnisse geschildert haben.
Dr. Florian Roth: „Bereits 1899 wurde in der Polizeizentrale München der reichsweit erste „Nachrichtendienst für die Sicherheitspolizei in Bezug auf Zigeuner“ gegründet. Dessen deutschlandweite Funktion wurde auch nach dem Zweiten Weltkrieg in Form der sog. „Landfahrerstelle“ weitergeführt, bis er erst 1970 wegen Grundgesetzwidrigkeit aufgelöst wurde. Von der Polizeizentrale in der Ettstraße nahmen auch die Deportationen der Sinti und Roma in die Konzentrationslager ihren Ausgang. Ab 13. März 1943 setzten die Deportation in die Konzentrationslager ein – was für die meisten den Tod bedeutete. Im Frühjahr 1943 wurden mindestens 141 Roma und Sinti familienweise deportiert.
Es ist daher sinnvoll, die Geschichte der Sinti und Roma über einen solchen Gedenktag dem Vergessen zu entreißen und damit auch dem fortbestehenden Antiziganismus entgegenzuwirken. Diesem Ziel würde auch ein Denkmal zur Erinnerung an die Verfolgung der Sinti und Roma in München dienen, wie wir es vor einiger Zeit beantragt haben. Wir hoffen dafür ebenfalls eine Mehrheit zu finden.“

 

 

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