München gut zu Fuß – Fußverkehr und grüne Mobilität

Pressegespräch am 13. 05. 2011
mit
Paul Bickelbacher
und
Sabine Nallinger

München gut zu Fuß – Fußverkehr und grüne Mobilität

Neben dem Radverkehr und dem Öffentlichen Verkehr, die beide in München schon auf einem guten Weg sind – und neben der Querschnittsaufgabe Mobilitätsmanagement (Neubürgerpaket, Mobilitätsportal etc.) – ist das Zufußgehen die dritte Säule grüner Mobilität in München, die nach Meinung der grünen Stadtratsfraktion zukünftig besser gefördert werden soll.

Die Münchnerinnen und Münchner legen 28 % ihrer Wege zu Fuß zurück. Dieser Anteil der Fußwege ist auch angesichts einer Steigerung des Radverkehrs von 10 auf 14 % in den Jahren von 2002 bis 2008 stabil geblieben.

Das Zufußgehen ist die Form der Mobilität, die am wenigsten Menschen aufgrund von sozialen/finanziellen oder körperlichen Einschränkungen ausschließt. Nur eine fußgängerfreundliche Stadt ist wirklich eine kinderfreundliche Stadt und wird gleichzeitig dem demographischen Wandel mit der Zunahme von Seniorinnen und Senioren gerecht.

Das Zufußgehen belebt die Stadt und ist auf kurzen Strecken geeignet überlastete öffentliche Verkehrsmittel zu entlasten. Im Wettbewerb der europäischen Metropolen nehmen attraktive öffentliche Räume und fußgängerfreundliche Verkehrsplanung einen zunehmend größeren Stellenwert ein. Kopenhagen, Zürich, Barcelona und London sind Vorreiter.

Das Zufußgehen ist gesund. Eine halbe Stunde zügiges Gehen am Tag hält – wie das Radfahren – auch weniger Sportliche fit, unterstützt das Wohlbefinden und verlängert das Leben im Mittel um fünf Jahre.

In München fehlt bisher eine systematische Förderung der Mobilität zu Fuß. Als Vorbild könnte beispielsweise die Fußgängerstrategie Berlins dienen, die der Senat mit Hilfe eines Fachbeirates erarbeiten ließ und die demnächst beschlossen werden soll.

Die wesentliche aktuellen Forderungen der GRÜNEN zur Förderung des Fußverkehrs sind

  • die Entwicklung einer Gesamtstrategie zur Förderung der Fußverkehrs
  • die Schaffung des organisatorischen Rahmens in der Verwaltung
  • die Ausweitung der Fußgängerzone in der Innenstadt
  • die Stärkung der Nahmobilität in den Innenstadtrandbezirken und die Stärkung der Stadtteil- und Quartierszentren durch fußgängerfreundliche Straßengestaltung
  • die grundlegende Berücksichtigung der Nahmobilität im Rahmen eines Pilotprojektes in einem Neubaugebiet
  • die Überprüfung der Haltestellenzugänge für den Öffentlichen Verkehr
  • die Erarbeitung eines Konzeptes für ein Fußgängerleitsystems nach den Vorbildern in Barcelona und London (Legible London)
  • die Ausarbeitung touristischer Routen „München zu Fuß“
  • die Zählung der Fußgänger bei Verkehrszählungen
  • die Einführung der Empfehlungen für Fußgängerverkehrsanlagen als Standard
  • die Unterzeichnung der internationalem Charta für das Zufußgehen
  • die Ausrichtung der internationalen Konferenz Walk 21 in München
  • fußgängerfreundliche Ampelquerungen an Kreuzungen
  • mehr Zebrastreifen und Mittelinseln
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