Münchner Migrationsgeschichte wird dauerhaft sichtbar sein – „Migration ist nicht die Mutter aller Probleme – Migration ist eine der Mütter Münchens“

P R E S S E M I T T E I L U N G

Der Kulturausschuss wird am morgigen Donnerstag, den 20.9.2018, beschließen die Erforschung und Vermittlung der Migrationsgeschichte Münchens zu einer dauerhaften Aufgabe von Stadtmuseum und Stadtarchiv zu machen.
Grundlage für den Beschluss ist ein Antrag der Grünen – rosa liste aus dem Jahr 2012, der bereits zu einem auf vier Jahre befristeten Projekt mit dem Titel „Migration bewegt die Stadt“ geführt hat, dessen 2,5 Planstellen jetzt entfristet werden. Das Projekt konnte in diesem Zeitraum einige Erfolge bei der Sicherung von Archivbeständen und bei der Vermittlung von Migrationsgeschichte verzeichnen und hat weit über die Grenzen der Stadt hinaus in Fachkreisen Interesse geweckt.
Stadträtin Gülseren Demirel lobte die Beschlussvorlage als „wichtigen Beitrag um die Geschichte der Einwanderer und Einwanderinnen in München dem Vergessen zu entreißen und so eine Lücke in der Geschichtsschreibung der Stadt zu schließen.“ Bis vor einigen Jahren, so Gülseren Demirel, sei die Migrationsgeschichte – gerade die prägende in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts – in den Museen und Archiven der Stadt kaum sichtbar gewesen.
Gülseren Demirel: „Viele Erinnerungen an die Migration und an das Leben der Einwanderer waren nur in den Kellern von Vereinen und Verbänden zu finden und drohten dort dem Vergessen anheim zu fallen. Dies war angesichts der Bedeutung der Einwanderung für die Geschichte Münchens ein eklatantes kulturelles – und kulturpolitisches – Defizit. Es waren mühevolle Verhandlungen, bis zunächst befristete Stellen für ein Migrationsprojekt in Stadtarchiv und Stadtmuseum eingerichtet werden konnten. Es erfüllt uns mit Freude und auch mit ein wenig Stolz, dass die Migrationsgeschichte nun – auch mit Zustimmung der anderen Fraktionen – als permanente kulturelle Aufgabe der Stadt wahrgenommen werden wird.”
Fraktionsvorsitzender Dr. Florian Roth ergänzt: “Immerhin 41 % der Münchner Bevölkerung haben heute einen Migrationshintergrund. Migration ist nicht die Mutter aller Probleme – Migration ist eine der Mütter Münchens. Ohne sie wäre München nicht das, was es heute ist: eine lebendige weltoffene Metropole, in der Menschen und kulturelle Einflüsse verschiedenster Herkunft zuhause sind.“

 

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