Mittwoch, 26. September 2018

Münchner Verkehrsentwicklung: Gefragt ist Design statt Desaster

P R E S S E M I T T E I L U N G

Die Grünen – rosa liste wollen die Verkehrsentwicklung in München in drei verschiedenen Szenarien untersuchen lassen. Vor dem Hintergrund des anhaltenden Bevölkerungswachstums sei es notwendig, so Stadtrat Paul Bickelbacher, die Folgen verschiedener verkehrspolitischer Weichenstellungen einmal genauer zu betrachten. Bickelbacher schlägt vor, ein Szenario „Weiter so“ mit einem unveränderten Modal Split (Verteilung des Verkehrsaufkommens auf verschiedene Verkehrsmittel), ein Szenario „Gleichbleibender Kfz-Verkehr“ und ein ambitioniertes Szenario „Lebenswertes München“ zu untersuchen, bei demeine Steigerung des Fuß- und Radverkehrs sowie der Öffentlichen Verkehrsmittel auf 80 % des Modal Split angestrebt wird.
Bickelbacher weist zur Begründung darauf hin, dass die Entwicklung des Verkehrs in einer Stadt nicht gottgegeben, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen sei. Das werde am einfachsten daraus ersichtlich, dass verschiedene Städte einen unterschiedlichen Verkehrsmittelmix aufwiesen. Paul Bickelbacher: „Ein hoher Anteil an Radverkehr wie in Kopenhagen und Amsterdam oder der hohe Anteil an Öffentlichem Verkehr in Zürich ist diesen Städten nicht in den Schoß gefallen, sondern das Ergebnis konsequenter Planung und Politik.“
Mit den drei Szenarien will Bickelbacher bestehende Gestaltungsmöglichkeiten und die Konsequenzen heutigen Handelns für die Zukunft aufzeigen. Aus der für das Jahr 2030 erwarteten Einwohnerzahl von 1,72 Mio. könnte die Entwicklung der Verkehrsmengen für jedes Szenario errechnet und auch auf einzelne Straßen und öffentliche Verkehrsmittel umgelegt werden. So werde erkennbar, in welchem Maße die Kfz-Belastungen in welcher Straße ab- oder zunähmen oder wo wegen gestiegener Fahrgastzahlen welcher ÖV-Ausbau notwendig sei.
Die Grünen – rosa liste erwarten von der Untersuchung des 1. Szenarios „Weiter so“ allerdings kein zukunftstaugliches Konzept, denn dies würde nach heutigem Kenntnisstand jeden Tag ca. 300.000 Kfz-Fahrten zusätzlich bedeuten – Pendler noch nicht mit eingerechnet. Paul Bickelbacher: „Das rasche Wachstum Münchens erfordert ein ambitioniertes Umsteuern der Verkehrspolitik hin zu mehr Fuß- und Radverkehr und zu einer Verringerung des Kfz-Verkehrs. München kann sich kein ‚Weiter so‘ leisten, dies wird die Untersuchung der verschiedenen Szenarien bestätigen. Wir brauchen Design statt Desaster.“

 

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