Müssen städtische Wohnungsbaugesellschaften der Mietpreisspirale folgen?

P R E S S E M I T T E I L U N G

Grünen-Stadträtin Jutta Koller hat die Mieterhöhungspraxis der städtischen Wohnungsbaugesellschaften kritisiert. Anlass ist eine 15%ige Mieterhöhung in einer Gewofag-Anlage in Ramersdorf. In dem von der Münchner tz berichteten Fall steigt die Kaltmiete für eine frei finanzierte 117m2- Wohnung um 15 % auf 1554 € – was die bewohnende Familie in ernsthafte Schwierigkeiten bringt. Die Gewofag schöpft mit dieser Mieterhöhung den bestehenden mietrechtlichen Spielraum aus – maximal 15 % in drei Jahren, was nach Aussage einer Gewofag-Sprecherin auch gängige Praxis für frei finanzierte Wohnungen ist.

Jutta Koller will nun per Anfrage klären, ob es für die städtischen Wohnungsbaugesellschaften einen Automatismus gibt, dass „frei finanzierte“ Wohnungen ohne Bindung dem Mietspiegel – egal welche Höhen dieser erreicht – folgen müssen. Denn dieser, so Koller, zeichne nur ein verzerrtes Bild der Realität, da er Bestandsmieten zu wenig berücksichtige und somit die teuren Neuvermietungspreise zu stark gewichte.

Jutta Koller: „Die städtischen Wohnungsbaugesellschaften müssen einen schwierigen Spagat machen – einerseits bezahlbare Wohnungen vermieten und gleichzeitig als Entwicklerinnen auch viele neue bezahlbare Wohnungen bauen. Mit der Orientierung am Mietspiegel und der Ausschöpfung der Obergrenze bei Mieterhöhungen unterwirft die Gewofag sich aber der rasanten Dynamik des Münchner Mietmarktes und treibt in Einzelfällen die Mieter ihrer frei finanzierten Wohnungen in ernste Probleme. Es wäre daher wünschenswert, dass Gewofag und GWG Mieterhöhungen nur mit Augenmaß und einem Blick für die außergewöhnliche Belastung vornehmen würden, die Wohnen in München für die meisten Menschen bedeutet.“

 

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