Nazi-Märsche von der Wiesn verbannen

Antrag

1. Die Stadtverwaltung stellt sicher, dass weder in den Festzelten noch beim Trachtenumzug Musik gespielt wird, die als Instrument zur Verherrlichung nationalsozialistischer Ideologie komponiert wurde.

2. Zu diesem Zweck erstellt das Kulturreferat eine Liste von einschlägigen Stücken, deren Abspielen verboten ist. Diese Liste wird den teilnehmenden Kapellen zuvor übermittelt.

 

Begründung:
Nach Bericht der Süddeutschen Zeitung vom 21.9. 2017 wurde beim Trachtenumzug der diesjährigen Wiesn der von einer Blaskapelle des Zillertaler Blasmusikverbandes „Standschützenmarsch“ gespielt. Der bereits 1938 gegründete Standschützenverband, in dem alle Tiroler und Vorarlberger Schützenvereine, Musikkapellen oder Trachtenvereine zusammengefasst wurden, diente den Nazis als Instrument zur Gleichschaltung. Der Komponist des „Standschützenmarsches“, Sepp Tanzer, widmete den Marsch dem damaligen Gauleiter von Tirol, Franz Hofer. Hofer erklärte, den aus dem Lied stammenden Ruf „Hellau“ als „Kampfruf für die Tiroler Bauern als Wehrstand des Dritten Reiches im Süden“ einführen zu wollen.
Der Innsbrucker Musikwissenschaftler Kurt Drexel bewertet den Marsch – obwohl er keinen nationalsozialistischen Inhalt hat – „aufgrund des Kontextes seiner Entstehungsgeschichte und der Verwendung des gesungenen Trios ‚Hellau’ als beliebtes Feierlied bei zahlreichen NS-Veranstaltungen als „Emblem für die NS-Zeit in Tirol und Vorarlberg“ (>>>hier).
Der Blasmusikverband von Tirol hat seinen Mitgliedern daher empfohlen, auf das Lied „aus Respekt vor den Opfern des NS Regimes zu verzichten.“ Es bleibt unerklärlich, warum die Zillertaler Musikkapellen diese Empfehlung ausgerechnet bei einem Auftritt in München missachtet haben.

Wir bitten, wie in der Geschäftsordnung des Stadtrates vorgesehen, um eine fristgemäße Bearbeitung unseres Antrages.

Fraktion Die Grünen-rosa liste
Initiative:
Dominik Krause
Gülseren Demirel
Anna Hanusch

Mitglieder des Stadtrats

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