Nazis in der Kurve – Rechtsradikale bei 1860

Bereits seit Jahren ist bekannt, dass sich zu Spielen von 1860 regelmäßig Neonazis im Fußballstadion – sowohl der Allianz-Arena, als auch dem Grünwalder Stadion – einfinden.

Zwar gibt es erfreulicherweise, besonders aus den Reihen der Fans selbst, engagierten Gegenprotest. Leider wird diese Zivilcourage jedoch nach wie vor durch das Innenministerium kriminalisiert und als „Linksextremismus“ zum Problem erklärt und die Aktivitäten der Neonazis selbst bagatellisiert. So führt das Ministerium das engagierte Auftreten der „Löwenfans gegen Rechts“ bei einem Spiel im Jahr 2013 auf der Website „Bayern gegen Linksextremismus“ (https://www.bayern-gegen-linksextremismus.bayern.de/wissen/linksextremismus-in-bayern).

Spätestens seit dem Auffliegen des NSU kann und darf es nicht sein, dass das Auftreten von Neonazis bagatellisiert oder sogar noch antifaschistischer Protest kriminalisiert wird.

Dass das Neonazi-Problem bei 1860 nach wie vor präsent ist, zeigt sich daran, dass es allein in diesem Jahr mehrere dokumentierte Vorfälle mit einem solchen Hintergrund gab. So griffen Nazis – nach Augenzeugenberichten aus dem Umfeld der „Brigade Giesing“ – zusammen mit einem verurteilten Rechtsterroristen am Rande einer der Bagida-Kundgebungen Anfang des Jahres Gegendemonstrierende an. Von einer U-Bahn-Fahrt nach einem Löwen-Spiel in der Allianz-Arena berichtet die Presse von Gesängen wie „SS, SA, Germania“, lautstarken Beleidigungen wie „dreckige Juden“ oder von Gewaltandrohungen gegenüber einer dunkelhäutigen Frau (http://www.huffingtonpost.de/christoph-asche/neonazis-ubahn-fussball_b_6742450.html).

 

Wir fragen daher:

1) Wie groß wird das Potential gewaltbereiter, rechter 60er Fans eingeschätzt? Gibt es nach Einschätzung der Polizei als auch der Kreisverwaltungsreferats eine Zunahme in den letzten Monaten? Besteht ein Austausch mit den Fan-Organisationen, die sich gegen neonazistische Aktivitäten engagieren?

2) Wie viele rechtsaffine Hooligans gibt es bei 1860?

3) Welche organisierten, rechten Vernetzungen im Umfeld der 60er Fans – wie beispielsweise die Brigade Giesing – sind bekannt? Sowohl aktuell als auch in den letzten 10 Jahren.

 

4) Wie sehen die Netzaktivitäten dieser Fans, vor allem auf Facebook, nach Kenntnissen der Polizei aus?

5) a) Gibt es Kontakte oder sogar Überschneidungen mit Mitgliedern der „Oldschool Society“ (OSS)?

b) Welche Beteiligung bayerischer Hooligans gibt es bei „HoGeSa“?

6) Wie versucht die Polizei gewaltbereite rechte Fans bei an und Abreise von Straftaten abzuhalten und somit die Sicherheit anderer Fans, aber auch unbeteiligten Bürgerinnen und Bürgern zu gewährleisten?

7) Welche polizeilichen Kräfte werden speziell zur Bearbeitung des Problemfelds rechtsextreme / rechtsaffine Hooligans bei 1860 eingesetzt?

 

Initiative:

Dominik Krause

Gülseren Demirel

Paul Bickelbacher

Jutta Koller

 

Mitglieder des Stadtrates

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