Nichts aus Thalkirchen gelernt – Wieso ist der Aufzug des neuen Kletter- und Boulderzentrums in Freimann für RollstuhlfahrerInnen nicht selbstständig nutzbar?

Anfrage

Kürzlich wurde das neue Kletter- und Boulderzentrum des DAV in Freimann eröffnet. Wir freuen uns sehr, dass es für die boomenden Klettersportarten nun auch im Münchner Norden einen Standort gibt. Für die Sportlerinnen und Sportler stellt dies eine erhebliche Verbesserung da. Nun müssen viele Menschen nicht mehr den langen Weg nach Thalkirchen oder zum Ostbahnhof in Kauf nehmen sondern haben ein attraktives Angebot vor Ort. Dies trifft für einen Großteil der SportlerInnen zu, jedoch leider nicht für alle. Personen im Rollstuhl können nicht alleine in den Kletterbereich kommen, da der Aufzug nicht selbstständig nutzbar ist. Dieser Umstand ist insofern sehr bedauerlich, als das bereits das Kletter- und Boulderzentrum in Thalkirchen nur über komplizierte Umwege von Menschen im Rollstuhl erreicht werden kann. Bei einem kompletten Neubau ist es nicht akzeptabel, wenn eine bestimmte Zielgruppe (denn für Menschen im Rollstuhl bietet das Klettern und Boulden eine tolle Sportmöglichkeit) so von vorhinein ausgeschlossen wird. Da die Stadt dieses Projekt mit einem zinsfreien Darlehen unterstützt hat und das Zentrum zudem auf städtischen Flächen errichtet wurde, ist es nicht nachvollziehbar, warum das neue Kletter- und Boulderzentrum für RollstuhlfahrerInnen nicht selbstständig nutzbar ist.

Wir fragen daher:

1: Wieso wurde der Aufzug in der Anlage so geplant, dass Menschen im Rollstuhl nur mit Hilfe einer weiteren Person diesen benutzen können?

2: Hatte die Stadt München keine Möglichkeit, auf die Planung Einfluss zu nehmen und wenn doch, wieso hat sie es nicht, im Sinne der UN-BRK Artikel 9 getan?

3: Hat die Stadt München die Möglichkeit im Nachhinein vom DAV einen Umbau des Lifts einzufordern?

4: Wie gedenkt der Deutsche Alpenverein mit dieser Situation umzugehen?

5: Wurden der Behindertenbeirat und/oder der städtische Beraterkreis „Barrierefreies Planen und Bauen“ bei der Planung des Zentrums miteinbezogen? Wenn ja, wie haben sich diese geäußert? Wenn nein, warum nicht?

6: Welche Maßnahmen werden ergriffen um dies zukünftig zu vermeiden?

Initiative:

Oswald Utz

Jutta Koller

Sabine Krieger

Mitglieder des Stadtrates

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