Ein Ort der Begegnung für Roma und Sinti in München

P R E S S E M I T T E I L U N G

Die Grünen – rosa liste haben erneut beantragt, für Sinti und Roma eine kulturelle Begegnungsstätte zu schaffen. Vorbild für das Projekt kann das „Rhomnokher“ in Mannheim sein, “ein Ort der Begegnung und des Dialogs zwischen Minderheiten und Mehrheiten; ein Ort der Information, Beratung und Betreuung für Sinti und Roma; ein Ort der Kultur und der Bildung sowie ein Ort der Aufklärung und Auseinandersetzung mit dem Antiziganismus“, so Fraktionschef Dr. Florian Roth und Stadträtin Gülseren Demirel.
Dr. Florian Roth: „In München gibt es verschiedene Einrichtungen, Projekte und Veranstaltungen, die sich mit Geschichte und Gegenwart der Sinti und Roma befassen und in denen das kulturelle Leben dieser Volksgruppe ihren Ausdruck finden kann. Doch es fehlt ein zentraler Ort der kulturellen, sozialen und bildungspolitischen Arbeit. Deshalb sollte das Kulturreferat in Zusammenarbeit mit den Selbstorganisationen der Minderheit ein Projekt auf den Weg bringen, das zur Etablierung eines kulturellen Begegnungs-, Bildungs- und Dokumentationszentrums für Sinti und Roma in München führt. Da mittlerweile auch ein Staatsvertrag der Sinti und Roma mit dem Freistaat Bayern existiert, besteht auch die Möglichkeit staatlicher Förderung.“
Gülseren Demirel: „Seit Jahrhunderten gehören die Sinti und Roma zu München. Sie haben wertvolle Beiträge zur Kultur dieser Stadt geleistet, trotz drückender sozialer Diskriminierung und der staatlichen Verfolgung, die im nationalsozialistischen Völkermord ihren Höhepunkt fand. Auch heute ist Antiziganismus immer noch virulent. Eine Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes aus dem Jahr 2014 zeigt etwa, dass jeder dritte Deutsche Sinti und Roma als Nachbarn “sehr oder eher unangenehm” fände und jeder zweite denkt, dass Sinti und Roma durch ihr eigenes Verhalten Feindseligkeit hervorrufen. Gegen solche Ressentiments hilft nur Aufklärung und die Möglichkeit des Kennenlernens und des Austausches. Ein solches Kulturzentrum wäre daher auch in München eine sinnvolle Einrichtung.“

 

 

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