Pädagogik vor Vergaberecht

Antrag

 

Die städtischen Kinderheime bekommen ein selbstverwaltetes Budget für Kleinanschaffungen.

 

Begründung:

 

Die städtischen Münchner Kinderheime arbeiten mit lebensweltorientierten Konzepten, die Kinder und Jugendliche an die Lebensrealität heranführen und sie an Entscheidungen und Verantwortungen beteiligen. Neben vielen anderen Aspekten sollen die Kinder und Jugendliche auch über die Gestaltung ihres Lebensumfeldes mitentscheiden dürfen, also auch über Einrichtung und Gestaltung der von ihnen bewohnten Räume. Darüber hinaus sollen sie durch diesen Ansatz praktische Lebenserfahrung und alltäglich Kompetenzen erwerben.

Die bei der Landeshauptstadt München übliche Vergabepraxis lässt allerdings hierfür keinen Spielraum, da es keinen Freiraum für Anschaffungsentscheidungen gibt. Will das Kinderheim z.B. ein neues Sofa kaufen, so muss es dies, gemäß dem Vergaberecht der Landeshauptstadt München, beantragen. Die Verwaltung geht dann mit dem Sofawunsch durch das gängige Ausschreibungsverfahren und das Kinderheim bekommt am Ende das Sofa, das die Ausschreibung gewinnt. Den Kindern und Jugendlichen wird damit nicht nur jeglicher Gestaltungsfreiraum genommen, sie verpassen auch die wichtige Erfahrung, mit einem gewissen, vorher festgelegten Budget in ein Geschäft zu gehen, sich für dieses Geld etwas Passendes auszusuchen, dafür zu bezahlen, den Transport zu organisieren und es mit nach Hause zu nehmen.

Daher beantragen wir für die städtischen Kinderheime jeweils ein Budget für Kleinanschaffungen, über welches das jeweilige Heim selbstständig verfügen kann.

 

Fraktion Die Grünen-rosa liste

Initiative:

Oswald Utz

Gülseren Demirel

Jutta Koller

 

Mitglieder des Stadtrates

 

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