Paradigmenwechsel: Inklusion an allen Münchner

P R E S S E M I T T E I L U N G

Der Stadtrat wird diese Woche einen wichtigen Schritt zur Verwirklichung der Inklusion an Münchner Schulen beschließen. Die Stadt wird es sich zur Aufgabe machen, an allen Schulen die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Kinder mit Förderbedarf am Unterricht teilnehmen können – im Gegensatz zur bisherigen Praxis, nach der die Eltern eine oft mühsame Suche nach der passenden Bildungseinrichtung auf sich nehmen müssen. Stadtrat Oswald Utz begrüßte den Beschluss als „Meilenstein auf dem Weg zu tatsächlicher Chancengleichheit für alle Kinder.“

Oswald Utz: „Die UN-Behindertenrechtskonvention sichert die Rechte von Kindern mit Behinderung unter anderem durch die Forderung, dass sie ‚nicht vom unentgeltlichen und obligatorischen Grundschulunterricht oder vom Besuch weiterführender Schulen ausgeschlossen werden‘ dürfen. Dies in München tatsächlich zu verwirklichen, wird noch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen. Viele konkrete Schritte werden folgen müssen, bis tatsächlich alle Schulen die nötige Infrastruktur und das Personal haben, um Kinder mit Förderbedarf unterrichten zu können. Doch ein Anfang ist gemacht.

Bildung für Kinder mit Förderbedarf wird ab jetzt strukturell verankert und ist nicht mehr vom individuellen Einsatz der Eltern abhängig. Damit wird die umständliche und zeitraubende Suche vieler Eltern nach der richtigen Schule für ihre Kinder bald der Vergangenheit angehören.

Neben Kindern mit Behinderungen werden auch weitere Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf von dem neuen Ansatz profitieren: z.B. Hochbegabte oder Flüchtlinge. Die Pädagogik und die Schulen müssen sich darauf einstellen, dass die Schülerschaft – wie die ganze Gesellschaft – immer heterogener wird. Inklusion ist der Weg in die Zukunft der Bildung.“

Kritisch sieht Oswald Utz die Haltung des Freistaats Bayern, dessen Engagement für Inklusion im Bildungssystem sich auf Lippenbekenntnisse beschränke. Oswald Utz: „Im Gegensatz zur Stadt München ist der Freistaat nach wie vor nicht bereit, für die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention an den Schulen wirklich Verantwortung zu übernehmen und sich auch finanziell zu engagieren. Dabei ist klar: Inklusion kostet Geld. Bei der staatlichen Förderung der Kindertagesstätten werden Kinder mit Förderbedarf längst stärker berücksichtigt. Doch die Schulen lässt der Freistaat im Regen stehen.“

Ein weiterer Beschluss im Sinne der Inklusion ist die Verstetigung der Infobörse für Familien mit Handicap, die auf Antrag der Fraktion Die Grünen – rosa liste diese Woche vom Kinder- und Jugendhilfeausschuss beschlossen werden wird. Wegen des großen Interesses an der ersten Infobörse für Familien mit Handicap im September 2014 wird die Veranstaltung nun alle zwei Jahre wiederholt, um den Informations- und Beratungsbedarf der betroffenen Familien zu decken. Dabei werden neben den „Spezialisten“ der klassische Behindertenhilfe zukünftig auch verstärkt sogenannte Regeleinrichtungen hinzugezogen, die inklusive Konzepte verwirklichen.

 

 

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