Patienten begleiten, Personal entlasten – städtisches Konzept zum Ehrenamt in Kliniken

Antrag

Für die städtischen Kliniken wird ein Konzept zur Förderung des ehrenamtlichen Besuchsdienstes entwickelt, in dem folgende Aspekte behandelt werden:
1. Aktuelle Situation und zusätzlicher Bedarf an ehrenamtlichen Besucherinnen und Besuchern

2. Schulungsprogramme und fachliche Unterstützung für die Ehrenamtlichen (z.B. im Umgang mit Sterbenden und Schwerkranken)

3. Ideelle Würdigung (z.B. Ehrungen) und materielle Entschädigung (z.B. für Fahrten und Unkosten) der ehrenamtlichen Arbeit

4. Durchführung einer städtischen Kampagne, mit der für das Ehrenamt in Kliniken geworben wird

5. Zusammenarbeit mit Organisationen und Initiativen, die bereits in diesem Bereich tätig sind

6. Kostenrahmen und Einspareffekte
Begründung:

Rationalisierungsmaßnahmen und überbordende Dokumentationspflichten bedeuten für das Personal in Krankenhäusern weniger Zeit für die Arbeit am Patienten. Gleichzeitig hat die steigende Lebenserwartung – bedingt durch vermehrte Bettlägerigkeit und altersspezifische Erkrankungen – einen zusätzlichen Betreuungsbedarf zur Folge. Viele Patientinnen und Patienten in einer Großstadt wie München leben zudem in sozialer Vereinsamung und haben keine direkten Bezugspersonen am Ort.
Um diese Situation zu ändern ist oftmals nicht ein Mehr an fachlich qualifizierter Pflege erforderlich. Es fehlt schlichtweg am gebotenen Maß menschlicher Zuwendung.

Ehrenamtliche könnten diese Lücke hervorragend schließen, die Brücke zur „Außenwelt“ bauen und Abwechslung in den mitunter eintönigen Klinikalltag bringen. Das alleinige Vertrauen auf die gute Arbeit von Initiativen und Organisationen (z.B. Tatendrang e.V.), reicht jedoch nicht.

Private Träger können mit ihren begrenzten Ressourcen nur punktuelle Abhilfe schaffen. Nötig ist deshalb ein breit angelegtes städtisches Konzept, das eine große Zahl an potentiellen Ehrenamtlichen anspricht und deren Arbeit professionell begleitet.

Bündnis 90/Die Grünen – rosa liste
Initiative:
Dr. Florian Vogel
Lydia Dietrich

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