Prinzenstraße 30: Bald wieder ein Denkmal in München weniger?

Anfrage

Der bebaute Bereich südlich des Nymphenburger Kanals zwischen Renata- und Hubertusstraße sowie zwischen Prinzen- und Nibelungenstraße ist Teil des denkmalgeschützten Ensembles „Villenkolonie Neuwittelsbach“. Viele der Villen in der Prinzenstraße sind auch Einzeldenkmäler – nicht (mehr?) jedoch das Anwesen Prinzenstraße 30. Augenscheinlich steht der Abriss der vor über 100 Jahren von dem bekannten Münchner Maler Prof. Friedrich Benno Adam erbauten und von seiner Familie lange bewohnten Villa kurz bevor. Ein besonders schützenswerter Kastanienbaum wurde bereits ohne Genehmigung in einer Blitzaktion mutwillig derart kaputt geschnitten, dass eine Fällung kaum mehr verhindert werden kann. Das „Haus Adam“ hat überdies hohen historischen Wert, da darin monatelang die Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ mit Hans Scholl und Alexander Schmorell an der Spitze tätig war.

Wir frage daher:

1. War das Anwesen Prinzenstraße 30 früher in der Denkmalliste und wurde es – was häufig geschieht – auf Antrag des (neuen) Besitzers wieder herausgenommen?

2. Ist der Verwaltung der historische Wert des Anwesens Prinzenstraße 30 bekannt?

3. Ist der Abriss bereits genehmigt bzw. kann im Laufe des Verfahrens noch eine denkmalrechtliche Prüfung erfolgen?

4. Welche Erkenntnisse hat das Stadtarchiv über das Wirken der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ in dem Anwesen?

Wir bitten, wie in der Geschäftsordnung des Stadtrates vorgesehen, um eine fristgemäße Beantwortung unserer Anfrage.

Initiative:

Gülseren Demirel
Dr. Florian Roth
Anna Hanusch

Mitglieder des Stadtrates

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